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Tagesgeschehen vom Sonntag, 7. Juni 2026

Berufen sein - ein Ja finden

Gottesdienst am Konferenzsonntag

Zu Beginn des Konferenzsonntags feierte die versammelte Gemeinde miteinander Gottesdienst. Vielfältig ausgestaltet durch den Bläserchor und den Gemischten Chor des Vogtlandkonvents sowie den Konferenzchor wurde die Gemeinde mit in das Thema der Konferenz hineingenommen: „Ja! Ich will. Gott helfe mir.“

Superintendent Mitja Fritsch und Pastor York Schön eröffneten den Gottesdienst, der verschiedene biblische Berufungsgeschichten miteinander zum Klingen brachte. Superintendent Dr. Thomas Roscher las die Berufung des Samuel aus dem alten Testament (1. Samuel 3, 1-10) sowie die Berufung der ersten Jünger aus dem Markus Evangeliums des Neuen Testaments (Markus 1, 16-20).

Auch Bischof Werner Philipp nahm in seiner Predigt das Thema der Konferenz auf. Dieses „Ja mit Gottes Hilfe“ gelte nicht nur bei Ordinationen, Trauungen oder bei der Übernahme eines Amtes, sondern es berühre die ganze christliche Existenz. Er erinnerte in seiner Auslegung zur Berufungsgeschichte der ersten Jünger nach der biblischen Erzählung aus Markus 1, dass allem menschlichen Planen und Handeln der göttliche Ruf vorausgehe: „Bevor ein Mensch sein Ja findet, hat Gott längst sein Ja gesprochen. Bevor wir Christus suchen, hat Christus uns gesucht.“ Am Ende der Konferenz sei dies zugleich eine wichtige und entlastende Einsicht: in aller Diskussion und Planung könne der Eindruck entstehen, die Zukunft der Kirche hinge vor allem von unseren Planungen, Ideen, Visionen, Konzepten oder Beschlüssen ab. Das Evangelium erinnere: „Die Kirche lebt zuerst davon, dass Christus Menschen ruft. Sie entsteht nicht aus menschlicher Initiative, sondern aus Gottes Initiative.“

Dieser Ruf Gottes geschehe dabei nach biblischem Zeugnis vor allem im alltäglichen. Die ersten Jünger waren bei der Arbeit, als Jesus sie rief. Dies erinnere an die Situation der Konferenz. Nach Tagen der Diskussionen und Planungen, des gemeinsamen Feierns, Singens und Betens gingen nun viele wieder in ihren Alltag – in ihre Familien, Berufe und Verantwortungsbereiche. Gerade da hinein spricht Gottes Ruf. Der rufende Gott „wartet nicht auf ideale Bedingungen. Er verlangt nicht, dass unser Leben vollkommen geordnet ist. Er begegnet Menschen in den konkreten Umständen ihres Lebens und eröffnet ihnen eine neue Perspektive.“ Dies ermutige auch Gemeinden, in herausfordernden Situationen diakonische Projekt zu starten, sich für Menschen in der Gesellschaft einzusetzen oder Aufgaben zu übernehmen, um Jesu Ruf zu folgen. Dies geschehe wie auch in der biblischen Erzählung oft genug, ohne genau zu wissen, was kommt. Allein: Jesus ruft.

Mit einem Zitat aus den Tagebuchaufzeichnungen des früheren UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld betonte Bischof Philipp, dass das Ja zum Ruf Gottes mehr sei als Einzelentscheidungen. Es sei ein Grundentscheidung, „sich einem größeren Sinn anzuvertrauen und einer Aufgabe zu folgen, die nicht aus einem selbst stammt“. Dieses geschehe selten in vollständiger Gewissheit, sondern vielmehr auf Hoffnung hin und wo Menschen Gott mehr vertrauen als der eigenen Sicherheit.

Schließlich erinnere der letzte Satz des Themas der Konferenz daran, dass alle nächsten Schritte in der Nachfolge im Vertrauen auf Gott gegangen werden: „Gott helfe mir.“

Ein Leben in der Nachfolge heiße nicht, dass ab dem Ja in religiöser Selbstsicherheit alles gelingen werde. Man bleibe angewiesen auf die Hilfe Gottes. Die Erzählungen von den ersten Jüngern beschriebe keine Glaubenshelden, sondern erzähle von Scheitern, Verrat und Grenzen. Und doch hielt Jesus an ihnen fest. „Ihre Berufung gründet nicht auf ihrer Vollkommenheit, sondern auf seiner Treue“.

Auch in der Arbeit in den Gemeinden erlebe man Scheitern, Grenzen und Konflikte. Darum sei es gut, sich am Ende der Konferenz auf den Anfang zu blicken: „Die Geschichte der Kirche beginnt nicht mit starken Menschen. Sie beginnt mit Menschen, die sich haben rufen und berufen lassen. Sie beginnt mit einem Ja, das auf Gottes Ja antwortet.“

Am Anfang der Kirche stehe der Ruf Jesu und ein Ja der Jünger. Nicht mit vollständigen Plänen, garantieren Sicherheiten oder vollkommen Klarheiten. Sondern im Vertrauen. Der Auferstandene rufe bis heute „Kommt, folgt mir nach!“

(CPO)

Die Predigt kann hier herutergeladen werden | PDF-Datei


JA, ICH WILL…  mit Gottes Hilfe - Die Kinderkonferenz

Die Kinderkonferenz fand in der evangelischen Pauluskirche statt. Die erfrischende Zwickauer Jugendband eröffnete diesen Gottesdienst und hieß mit einem ersten Lied alle herzlich willkommen. Auch in der KIKO war das Konferenzthema präsent. „Willst du mit mir gehen?“ hat David Mandy gefragt und sie nicht nur ein bisschen in Verlegenheit gebracht, sondern auch in das Thema des Gottesdienstes eingeführt. Wozu würden wir JA sagen? Zwischenzeitlich kamen Zeltlagervibes auf, als die Band den „lebend´gen Fisch“ sang und groß und klein mitschwammen.

Matthias Jungermann alias Radieschenfieber verzauberte die Gottesdienstgemeinde mit seinen Geschichten. Ein Puppenspieler ohne Puppen. Faszinierend, wie er mit nur einer „Schmiech“ die Geschichte von Josef und seinen Brüdern erzählte oder mit einem Netz die vom großen Fischfang… Wie erzähle ich Kindern von Berufung? Genau so!

Gemeinsam falteten im Nachgang alle ein Schiff und können noch einmal die Frage „Willst du mit mir gehen?“ darauf lesen. Wie Mandy die Frage von David beantworten würde, haben wir nicht erfahren aber vielleicht eine Idee bekommen, wie wir sie beantworten würden, wenn Gott sie uns stellt.

Weiter geht es an diesem Tag in und um die Pauluskirche mit vielen Angeboten, die zum Verweilen, basteln, spielen oder tanzen einladen. 

Da fällt es nicht schwer zu sagen: „Ja, ich will!“

(CMS)



Du bist ein Gott, der mit uns geht 

Sendungsgottesdienst 

Eine große Festgemeinde in der voll besetzten Erlöserkirche feierte zum Abschluss der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz den Sendungsgottesdienstes. Mit dem biblischen Motiv »Du bist ein Gott, der mit uns geht« (Josua 1,9) war die Botschaft vorgegeben. Pastorin Kate Harris Weishaupt (Halle) eröffnete den Gottesdienst mit den Worten: »„Ja! Ich will. Mit Gottes Hilfe.“ Unter diesem Bekenntnis haben wir in diesem Jahr als Jährliche Konferenz getagt. Mit diesem Bekenntnis wollen wir auch Dank sagen und uns in diesem Gottesdienst senden lassen und uns für den Dienst in Gottes Welt stärken.«

Christhard Rüdiger trug den Dank der Konferenz an den gastgebenden Vogtlandkonvent vor. Die Konferenzgemeinde schloss sich diesem Dank mit Applaus.

»Nun jauchzt dem Herrn alle Welt« - die Festgemeinde erfüllte die Erlöserkirche mit ihrem kräftigen Gesang. Vielfältig gestalteten die Gastgeber den Gottesdienst musikalisch. Zu den Organisten Daniel Schädlich und Sophie Kühlein gesellten sich der Männerchor des Vogtlandkonvents, das Frauenterzett Auerbach. Auch der Konferenzchor brachte sich ein.

Superintendent Dr. Thomas Roscher erinnerte in seiner Predigt an das Konferenzthema. Auch in diesem Sendungsgottendienst gelte es »Ja« zu sagen zu Gottes Sendung. Die Szenerie des Josuabuches lud ein darüber nachzudenken, in welcher Haltung dieses »Ja« gesagt werden kann:  »Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.« Die Szenerie macht deutlich, dieses »Ja« ist nicht selten umkämpft. Damit es Kraft gewinnt, braucht es Gottes Zusage. In Zeiten des Neuanfangs oder der Unsicherheit wird daran erinnert, mutig und standhaft zu sein, weil Gott seine beständige Gegenwart und Unterstützung.

Die Botschaft wurde wunderbar durch das Lied »Tief im Schoß meiner Mutter gewoben« vertieft:

Tief im Schoß meiner Mutter gewoben, als ein Wunder vollbracht und dem Licht zugedacht:
Deine Liebe durchformte mein Leben.

Eh ein Wort ich von dir wissen konnte, eh der Tag mir begann und das Dunkel verrann, warst du Licht, das mein Leben besonnte.

Längst bevor ich ins Helle gedrungen, war ich dir schon vertraut, hat dein Wort mich gebaut,
und mein Name lag dir auf der Zunge.

In den Mund, der kaum wusste zu sprechen, ist der Ton schon gesenkt, ist das Lied mir geschenkt,
das auf immer das Schweigen kann brechen.

Der du wirkst, dass die Kleinen dir singen: Gib mir, Gott, lebenslang deines Namens Gesang,
um die drohende Nacht zu bezwingen.

Text: Jürgen Henkys (1997), Melodie: Willem Vogel
Quelle: www.evangeliums.net/lieder/lied_tief_im_schoss_meiner_mutter_gewoben.html

Bischof Werner Philipp sprach im Gottesdienst die Dienstzuweisungen für das neue Konferenzjahr aus. Sein Sendungswort für alle Pastorinnen und Pastoren, alle hauptamtlich Mitarbeitenden so für die Gemeinden wählte er aus dem Jesajabuch: „Und ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!“ (Jesaja 6,8). Von Zuversicht bestimmt machte sich die Konferenzgemeinde auf den Weg.

 

Von der Tagung berichteten in Wort und Bild:

Stephan Ringeis, Marie-Theres Ringeis, Christine Meyer-Seifert, Felix Süß, Philipp Weismann, Katrin Posdzich, Christian Posdzich, Tabea Fuchs und Kai Süß.

Auf Wiedersehen zur 60. Ostdeutschen Jährlichen Konferenz 

vom 28. bis 30. Mai 2027 in Leipzig!