Tagesgeschehen vom Samstag, 26. Juni 2021

Mit einigen Morgenimpressionen von Schwarzenshof starten wir heute in den Tag.


Gehalten durch Christus – Herausforderungen einer intensiven Beziehung

Theologisches Referat von Matthias Stiehler eröffnet den Konferenzsamstag

Der Theologe, psychologische Berater und Erziehungswissenschaftler Dr. Matthias Stiehler (Dresden) folgte der Einladung, in diesem Jahr das Theologische Referat zur OJK zu halten, mit großem Interesse. Es war seine erste intensive Begegnung mit der Evangelisch-methodistischen Kirche. Durch seinen beruflichen Hintergrund als Paarberater gewannen seine theologischen Aussagen große Lebensnähe.

Folgend einige Aussagen und die Möglichkeit das Referat als PDF selbst nachzulesen.

„Ich bin gebeten worden, aus meiner Sicht als Theologe, aber auch als Paarberater über Krisen zu sprechen, die uns treffen können, von denen wir wissen, dass sie zum Leben gehören, die aber dann, wenn sie uns treffen, unangenehm sind und wir sie möglichst schnell weghaben wollen. Der Fokus soll dabei auf Krisen in Beziehungen liegen.

Ich weiß, dass dieses Thema nicht ohne aktuellen Bezug zur Situation der Methodistischen Kirche gewählt wurde. Ich bin jedoch kein Mitglied der Methodistischen Kirche und schon gar kein Insider. Also möchte ich vornweg betonen, dass ich mich in die konkrete Krise, in Ihre konkrete Auseinandersetzung nicht einmischen möchte. Ich weiß dazu viel zu wenig und möchte mir das nicht anmaßen. Vielmehr möchte ich eine psychologische, aber auch theologische Orientierung geben, wie der Umgang mit Krisen gelingen kann. Es wäre schön, wenn Ihnen das eine Hilfe – auch im Miteinander – ist.“

Eine Krise lässt sich ganz einfach als eine Situation beschreiben, in der das Leben nicht mehr in den gewohnten Bahnen weitergehen kann. Krisen sind mehr als eine kleine Störung, mehr als ein kleines Ruckeln. Krisen definieren sich dadurch, dass die erprobten Formen der Bewältigung von Störungen nicht funktionieren. Es geht in einer Partnerschaft also nicht um den kleinen Streit, der sich schnell versöhnen lässt. Es geht bei einer gesundheitlichen Krise nicht um die Erkältung, die drei Tage kommt, drei Tage bleibt und drei Tage geht. Es geht vielmehr um etwas Grundsätzliches. Etwa das Fremdgehen eines Partners, der damit die Ehe grundlegend in Frage stellt. Es geht um die Krebsdiagnose, die das Leben bedroht.“

„Wir erleben das in unserer Gesellschaft gegenwärtig in heftiger Weise. Da treffen nicht nur unterschiedliche Meinungen aufeinander, sondern es gelingt vor allem nicht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die zentrale Haltung derjenigen, die sich an den Auseinandersetzungen beteiligen, ist, dass die jeweils andere Seite im Unrecht ist.

Natürlich geht es um Argumentation, geht es um ein Ringen um die Wahrheit bzw. den richtigen Weg. Die eigene Meinung, die eigene Haltung ist wichtig. Zu schnelles Nachgeben um des lieben Friedens willen ist falsch, wenn es um wichtige Themen geht. Aber wenn dem anderen das Recht auf die andere Meinung von vornherein abgesprochen wird, wenn dem anderen von vornherein gesagt wird, dass er falsch liegt und vielleicht sogar falsch ist, dann ist das Miteinander bedroht und die Beziehung ist in der Krise.

Wir Christen haben dafür eigentlich ein Korrektiv in unserem Glauben. Denn der besagt zuallererst, dass die Wahrheit bei Gott liegt und wir selbst niemals im Besitz der völligen, endgültigen Wahrheit sind. Wir können um die Wahrheit ringen, wir können sie suchen und uns ihr vielleicht auch etwas annähern. Aber im Besitz haben wir sie nie.“

„Zum Abschluss noch einen Satz dazu, wie es besser gelingen kann, den richtigen Weg zu finden, wenn er eigentlich nur schwer zu finden ist: Wenn es nicht gelingt, den Konflikt im Miteinander und relativ zügig zu beenden, dann ist das immer ein Signal, sich Hilfe von außen zu organisieren.

Hilfe von Dritten anzunehmen, ist für viele Menschen eine Kränkung und wird als Niederlage empfunden. Aber das ist es keineswegs. Kein Mensch, keine Beziehung ist so stark, dass sie alle Konflikte aus sich heraus hinbekommen kann. Problematisch ist vielmehr, wenn gar keine Hilfe in Anspruch genommen wird oder wenn sie zu spät organisiert wurde. Dann sind manchmal so viele Scherben zerbrochen, dass die Chance der Heilung erheblich abgenommen hat. In Bezug auf Paulus‘ Worte im 2. Korinther Kapitel 12 möchte ich sagen, dass nicht die immer Starken eine gute Beziehung führen, sondern eher die, die auch schwach sind und sich das zugeben können.“

Das Referat als PDF >>>

Das Referat auf YouTube >>>

    Zur Person: Dr. phil. Matthias Stiehler

    • Jahrgang 1961 in Leipzig, verheiratet, drei Kinder, vier Enkel
    • 1983 – 1989: Studium der Theologie am Theologischen Seminar Leipzig
    • Ausbildung zum Psychologischen Berater
    • seit 1993: Psychologischer Berater im Gesundheitsamt Dresden
    • 1999: Promotion in Erziehungswissenschaften
    • seit 2009: Leitung des Sachgebiets Sexuelle Gesundheit
    • seit mehr als zwanzig Jahren bietet er gemeinsam mit seiner Frau Paarberatungen an
    • hat auch schon mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben (2021: Hörbuch »Partnerschaft ist einfach«)
    • Leitung von therapeutischen Männergruppen
    • seit vielen Jahren zudem tätig in der Männergesundheitsforschung, u.a. Mitherausgeber des Ersten Deutschen Männergesundheitsberichts
    • Vorstandsmitglied der Hans-Joachim Maaz – Stiftung Beziehungskultur
    • Vorstandsmitglied der Stiftung Männergesundheit

    Kirche von Morgen. Wie soll das gehen?

    Ein erstes Schwerpunktthema am Samstag war die Diskussion zum Abschlusspapier der Planungsgruppe der Zentralkonferenz („Strukturpapier“). Zur Einführung lenkten die Superintendenten die Gedanken in besonderer Weise auf das Verhältnis von Ehrenamt und Hauptamt. Gemeinde soll in Zukunft stärker in Eigenverantwortung das Gemeindeleben gestalten. Diese sehr grundlegende Weichenstellung wird Arbeitsformen, Dienstaufgaben und vor allem das Zusammenwirken verändern. Berücksichtigt werden müsse, dass dieses Papier vor der Pandemie entstanden ist. Dennoch sind die Impulse weiterhin gültig.

    Hier einige Schlaglichter aus der Plenumsdiskussion:

    Ein hervorragendes Papier, aber mit der Gefahr der Amtskirche. Es ist wichtig, dass die Fachgruppen weiterhin paritätisch besetzt werden, damit nicht nur die Insider involviert sind, sondern auch wie z.B. im Bereich Finanzen sich „richtige Laien“ einbringen können. Die Strukturminderung ist grundsätzlich zu begrüßen.

    Die Zahl der Kirchenglieder geht auch in der OJK zurück, wobei diese Hochrechnungen oft Momentaufnahmen sind.

    Weniger Menschen auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Wunsch, es möge bleiben wie es ist, stellt eine von den Grundspannungen dar, in denen wir leben. In einer Kirche, die heute halb so groß ist wie zu Zeiten der Entstehung der bestehenden Strukturen, müssen wir neue Wege suchen. Eine Reihe von Bezirken können zurzeit kein Mitglied an die Konferenz senden.

    Wenn das Ehrenamt gestärkt wird, wird das auch den pastoralen Dienst verändern. Menschen müssen ihre Gaben entdecken. Es braucht Schulungen und die Bereitschaft der Pastorinnen und Pastoren Veränderungen anzugehen. Ihre Aufgabe würde stärker bei der Förderung des Ehrenamts liegen. Der das pastorale Amt sehr prägende Generalismus würde mehr und mehr in Frage gestellt.

    Wie soll das gehen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen? Erwartungshaltungen werden zu „Teufelskreisen“: „Wenn wir den richtigen Pastor hätten, dann würden wir richtig losmachen…“ Oder eine Pastorin sagt, „… wenn ich die richtigen Leute hätte, dann …“,  oder: Wir machen hier unseren Gemeindebetrieb und das kriegen wir noch hin, aber wir haben keine Kraft nach außen zu wirken. Unsere festgefahrenen Erwartungen lähmen uns an vielen Stellen.

    Der Vorschlagsauschuss tagt in den Bezirken eher selten. Dabei wäre das eine wichtige Aufgabe, das Ehrenamt zur fördern. Ob diese Struktur dafür ausreicht, wäre zu prüfen.

    Die Pandemie hat die Baustellen bezüglich Ehrenamt und Hauptamt zu Tage getragen. Ehrenamt bedeutet oft „an der Grenze, erschöpft“. Hier müssen wir nachdenken und das Ehrenamt neu definieren. Die Veränderung des pastoralen Dienstes führt gleichwohl zu bestimmten Reaktionen wie „Dann kann ich nicht mehr Pastor in der Kirche sein“. Hier muss theologisch gearbeitet werden, insbesondere am Thema „Priestertum aller Gläubigen“.  

    Wir brauchen auf Gemeindebene Mut, einfach zu tun und auszuprobieren. Viele Gaben und Talente werden in den Gemeinden nicht wahrgenommen.

    Welche Struktur brauche welche Gemeinde? Wieviel Vielfalt wollen wir zulassen? Es gibt Strukturen auf Gemeindebene, die passen. Andere müssen angepasst werden. Ich habe keine Angst, dass wir die Aufgaben schaffen, aber Sorge, wir schaffen eine Struktur gleich für alle. Aber auch das wird nicht zu mehr Menschen führen.

    Wie müssen in Zukunft vieles über Eck tragen und damit über Bezirksgrenzen hinweg.

    Ich kann verstehen, wenn ein Pastor, der viele Jahre im Dienst ist, sagt, da könne er für sich nicht mitgehen. Für mich ist das Papier eine Hilfe, als junge Pastorin meine Berufung festzumachen. Dazu gehört für mich die Bewegung und die Freude zu experimentieren.

    In der Landeskirche werden große Strukturen geschaffen, um diese dann zu füllen. Das Leben aber überholt diesen Prozess. Wir als EmK sind anders gelagert. Wir schauen, wie entwickelt sich was und denken dann über Strukturen nach. Es ist gut, dass so oft von Bewegung die Rede ist. Wir sind doch eher Bewegung als Kirche.

    Der Prediger/die Predigerin, der/die von Gemeinde zu Gemeinde unterwegs war, - vielleicht sollte das wieder unser Ziel sein.

    Ehrenamtlicher Priester, hauptamtlicher Laie. Warum nicht? Wir brauchen Menschen mit Kompetenzen an den richtigen Stellen unabhängig von einem Status.

    Wir können unser Gemeindeleben gut aus uns heraus organisieren. Was uns in den letzten Jahren gefehlt hat und fehlt ist eine Kontinuität der pastoralen Begleitung.

    Die Möglichkeiten der Gemeindeberatung muss bei diesem Prozess stärker genutzt werden. Der Beratungsbedarf muss in den Fokus genommen werden.

    Der Bischof erinnerte an einen Antrag aus dem Ausschuss für Evangelisation und Neulandmission, der Samstagnachmittag zur Abstimmung steht. Dabei geht es um die Frage, wie Gremien auf allen Ebenen für die Zukunft zugerüstet werden sollen. Zugleich soll auch die Frage der Zusammenarbeit zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen bedacht werden.


    Finanzen

    Am Samstagnachmittag standen die Konferenzfinanzen im Mittelpunkt. Jörg Ringeis gab als Schatzmeister anhand von Kennzahlen den Bericht über die Entwicklung. Dabei wurde deutlich:

    Die Einnahmen (Beiträge, Kollekten, Sonderopfer) blieben 2020 gegenüber 2019 stabil. Eine Steigerung wie in den Jahren zuvor war aufgrund der Pandemie nicht möglich. Viele Veranstaltungen sind ausgefallen und höhere Beiträge konnten die Ausfälle an Kollekten nicht ganz abfangen. Ein herzlicher Dank gilt allen Gemeinden, die verlässlich auch unter den Pandemiebedingungen ihren finanziellen Aufgaben nachgekommen sind.

    Der Gebedurchschnitt (Gaben pro Kirchenglied/Jahr) ist wiederum um ca. 3 % gestiegen und liegt jetzt bei 560 €. Diese Steigerung ist beachtlich. Die Zahl der Kirchenglieder nimmt pro Jahr derzeit etwa 2,2 % ab und liegt jetzt knapp über 7000 in der OJK. Immer weniger Kirchenglieder tragen die finanziellen Aufgaben. Das ist erfreulich, aber es stellt sich auch die Frage, wie lange diese kontinuierlichen Steigerungen noch möglich sein werden.

    Obwohl nach den Steigerungen der Anteile in den letzten Jahren den Gemeinden weniger von ihren Einnahmen für den eigenen Haushalt zur Verfügung steht, haben sich die Haushalte der Bezirke stabilisiert. Die Summe der Rücklagen ist gestiegen. Die Liquidität ist gewachsen. Die Verbindlichkeiten wurden stark abgebaut. Insgesamt unterstreicht der Vorsitzende der Kommission, Pastor Norbert Lötzsch, die positive Entwicklung. Dennoch muss angemerkt werden, dass wir als Konferenz das vor 10 Jahren durch die Initiative50 benannte Ziel (50 € / pro Kirchenglied / Jahr) nicht erreicht haben und nachjustiert werden muss.

    Zurzeit liegen wir bei 95 % der Gehaltstabelle. 2017 hat die OJK beschlossen, dass wir uns kontinuierlich den 100 % annähern. Im Vorjahr wurde dieser Beschluss aber mit einer ausbleibenden Steigerung nicht ausdrücklich aufgehoben.

    Der Haushaltsabschluss des Jahres 2020 musste mit Entnahmen von rund 100.000 € aus den Rücklagen ausgeglichen werden. Allerdings wurden auch fast 90.000 € zweckgebundene Rücklagen zugeführt. Auch der Haushalt 2021 sieht eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 73.000 € vor. Das entspricht allerdings der mittelfristigen Finanzplanung, die u.a. davon bestimmt ist, dass 2026 bis 2029 voraussichtlich 18 hauptamtlich Mitarbeitende in den Ruhestand gehen. Personell muss hier vorgesorgt werden. Außerdem sollen die Konferenzanteile nicht noch stärker erhöht werden.

    Nach einigen Rückfragen und Ergänzungen nahm die Konferenz die Vorlagen der Kommission für Finanzen und Kircheneigentum und damit auch die Haushaltsplanung mit Dank an.


    Endspurt

    Am Ende der Plenumssitzung wurden von der Konferenz noch eine Reihe von Beschlüssen gefasst. Diese hatten sich über die zwei Sitzungstage angesammelt.

    „Leitung und Leiterschaft“ – Schwerpunkthema der OJK für vier Jahre
    In Verbindung mit der Diskussion zum Strukturpapier (Samstagvormittag legte der Ausschuss für Evangelisation und Neulandmission einen Antrag vor. „Leitung und Leiterschaft“ wird zum  Schwerpunktthema der Konferenz für die kommenden vier Jahre erklärt. Eine Arbeitsgruppe soll unterstützende Formate für Vorstände, Gemeinden und Gremien entwickeln, die allen Gemeinden zur Verfügung stehen sollen. Das Verhältnis von Leitung (z.B. Pastoren) und Leiterschaft (Gemeindegremien) soll dabei bedacht werden. Insgesamt soll eine stärkere Ausrichtung auf unseren Auftrag befördert werden. Die Konferenz nahm den Antrag mit wenigen Gegenstimmen an.

    Fonds für Schwarzenshof
    Bereits mit Annahme des Berichts der Kommission für Finanzen und Kircheneigentum war ein Fonds in Höhe von 250.000 € für die Erhaltung und Entwicklung der Immobilien auf Schwarzenshof eingerichtet worden. Der OA 5 Soziale Dienste unterstützte dieses Vorhaben. Der Fonds soll helfen, das Projekt „Kirche in anderer Gestalt“ auf Schwarzenshof zu entwickeln. Dabei werden ökologische Fragen eine wichtige Rolle spielen. Schwarzenshof soll u.a. mit einem neuen Energiekonzept ein Ort des nachhaltigen Lebens werden.

    Leben für morgen
    Ausgehend von der Debatte um die Erfahrungen während der Pandemie lag der Konferenz ebenfalls ein Antrag vor. Die OJK beschloss mit großer Mehrheit, dass sich Konvente (Laien und Hauptamtliche), Werke und der KVR mit dem Beschluss des Kirchenvorstandes „Leben für morgen“ (26.10.2019) beschäftigen und konkrete Schritte der Umsetzung, auf allen Ebenen, gehen. Dabei wird empfohlen, gemäß des Beschlusses „Leben für morgen“ Ökumene und gesellschaftliche Gruppen einzubeziehen. Zur nächsten OJK wird es einen Austausch darüber geben. Außerdem beziehen die Superintendenten den Beschluss des Kirchenvorstands zur Findung eines Schwerpunktthemas für die Bezirkskonferenzen 2022 ein.

    Herberge am Klosterwald bleibt geschlossen
    Im Zuge der Pandemie musste die Herberge am Klosterwald geschlossen werden. Die zuständigen Gremien sahen keine Möglichkeit die Arbeit fortzusetzen. Es wird eine Vermietung an die Fachklinik Klosterwald angestrebt. 2020 hätte die Herberge ihr 40jähriges Jubiläum gefeiert. Das einstige „Katechetische Zentrum“ war ab 1980 Heimat für zahllose Kinder- und Jugendfreizeiten unserer Konferenz.

    Die Konferenz nahm alle vorliegenden Berichte mit einem herzlichen Dank an. Sie spiegeln eine große Vielfalt von Diensten wider, die gerade unter Pandemiebedingungen phantasievoll fortgeführt wurden. Herzlichen Dank.

    Am Ende ein herzlicher Dank für diese Konferenz
    Wie immer verabschiedete die Konferenz mit einem letzten Akt die Danksagung, formuliert vom Vorsitzenden des Konferenzverwaltungsrates Christhard Rüdiger:

    Die Jährliche Konferenz 2021 tagte vom 24.-27.06.2021. Sie war ein gelungenes Experiment, da sie wie geplant auf Schwarzenshof stattfand, allerdings nur, um eine digitale Tagung zu ermöglichen.

    Daher steht am Anfang der Dank an das Team der Mitarbeiter auf Schwarzenshof, in Service, Büro und Küche. Geschäftsführer Martin Schwartz hat alles Mögliche aufgewandt, um die besten Voraussetzungen zu schaffen. Zugleich gehören an den Anfang des Dankes die Mitarbeiter der Firma „Licht- und Bühnentechnik Volker Schmidt“ aus Saalfeld. Ohne sie wäre die digitale Konferenz nicht möglich gewesen. Unermüdlich und mit ganzem Einsatz haben sie die Herausforderungen angenommen, eine kirchliche Konferenz, die das zum ersten Mal macht, technisch zu begleiten. Dreh- und Angelpunkt der gesamten Konferenzorganisation war Lutz Rochlitzer. Er musste eine Konferenz erdenken – gemeinsam mit einem kleinen Vorbereitungsteam - die es so noch nicht gab. Wir danken ihm sehr, dass er im Vollzug der Konferenztage bis an die Grenze seiner Kräfte auf immer neue zu klärende Fragen lösungsorientiert reagiert hat.

    Ein ganz herzlicher Dank gilt unserem Bischof Harald Rückert, der die Jährliche Konferenz im Format mit Schwerpunktthemen entspannt und souverän geleitet hat.

    Nun gilt es auch denen zu danken, die die Konferenz fast wie immer und doch ganz anders begleitet und ermöglicht haben: Wieder stehen die ungewohnten und neuen Mitarbeiter am Anfang. Katrin Schneidenbach und Matthias Zieboll haben die wichtige Aufgabe übernommen, die An- und Abmoderation auf originelle Weise zu gestalten. Die Tagzeitengebete von Marcel Tappert waren ein erdendes Kontinuum. Stephan und Stefan haben die Tagung mit ihren Podcasts begleitet und kommentiert. Tabea Fuchs und Jens Kluge haben das Konferenzgeschehen in Bildern festgehalten. Kai Süß hat die Homepage gepflegt. Caroline Hänsch und Thomas Dietrich haben im Hintergrund die Konferenz unterstützt und am Service-Telefon für Reduzierung von Unsicherheit gesorgt.

    Freuen dürfen wir uns nach dem Ende der Plenumstagung noch auf das Konzert mit Sefora Nelson, den morgigen Sendungsgottesdienst und die Kinderkonferenz. Wir danken auch denen, die diese Höhepunkte vorbereitet haben. Das gilt auch für die Jugendkonferenz am Freitag und alle Mitwirkenden im Eröffnungsgottesdienst und am Abend „gedenken-danken -begrüßen“. Die gilt besonders für die bewegende Predigt von Wolfgang Ruhnow.

    Die Jährliche Konferenz 2022 wird wieder auf Schwarzenshof stattfinden. Sie wird als Präsenzveranstaltung geplant. Hoffen wir, dass wir uns vom 26.-29. Mai 2022 hier begegnen können.

    Na dann, bis 2022 auf Schwarzenshof!!!


    Stimmungsvoller Konferenzausklang

    Eine ganz besondere Atmosphäre erlebte Schwarzenshof am Samstagabend. Im Backhaus gab Sefora Nelson am weißen Flügel ein Konzert. Fast hätte sie Schwarzenshof mit dem Schwarzwald verwechselt, aber schließlich ist sie rechtzeitig gut angekommen. Ihre Geschichten schlugen schnell eine Brücke zu den wenigen Konzertbesuchern im und um das Backhaus herum. Einen solchen Ausblick hätte sie zu einem Konzert noch nie gehabt. Die Abendsonne erfüllte das Gelände und warf auch einige Strahlen ins Backhaus. Und dann erklang die klare Stimme, dazu ihre nachdenklichen Texte, die bodenständig ihren ganz persönlichen Glauben zu Gehör bringen. Nicht zu umgehen war das Nachdenken über die Pandemie. Die Erfahrungen dieser Zeit habe die Künstlerin verändert. „Gott ist treu“ trotz aller Unwägbarkeiten des Lebens, dieser Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch diesen Abend. „Es ist zu wichtig zu wissen, auf welchem Fels wir stehen.“ Eigentlich hatte Sefora Nelsen für die Zeit der Pandemie unzählige Konzerte geplant und vertraglich abgesichert. Statt eines Jahres in Hektik von Konzert zu Konzert wurde es ein Jahr mit der Familie, wunderbar.

    Es wurde viel Musik gemacht in Sefora’s italo-deutschen Großfamilie. Oft saß man zusammen und spielte und sang ein Lied nach dem anderen. Mit 19 zog Sefora nach Chicago und später nach Frankreich um dort Gesang und Theologie zu studieren. Diese Verbindung ist charakteristisch für ihre Lieder geworden, in denen sie aus ihrem Leben erzählt, einem Leben mit Gott.
    Ihre Bühnenkarriere startet mit dem Gewinn beim SPRING-Song Contest 2009. Es folgte ihr erster Plattenvertrag mit dem grünen Album WENN DER TAG KOMMT und WHEN THE DAY COMES. Arne Kopfermann, der ihr erster Produzent war, nahm sie mit auf Tour. „Sefora hat nicht nur eine wunderbare Ausstrahlung, sondern ein großartiges Gespür für Melodielinien, die dem Hörer im Ohr hängen bleiben.“

    Ein stimmungsvoller Tagesabschluss nach ungewohnten und anstrengenden Arbeitstagen der Konferenz. Da konnte man die Seele baumeln lassen, zuhören, nachsinnen, ob auf Schwarzenshof oder zuhause. Und selbst für jene, die vielleicht einen anderen Musikgeschmack bevorzugen, kein störender Moment. Danke, Sefora Nelson.