Tagesgeschehen vom Freitag, 25. Juni 2021

Konferenz nimmt ihre Arbeit auf

Bischof erinnert an Gesprächskultur des runden Tisches

„Mein Mund besinge tausendfach“ – die Konferenz stimmte am ersten Sitzungstag mit Freude in die Nr. 1 des Gesangbuchs ein. Zuvor hatte Bischof Harald Rückert die 54. Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz eröffnet. Den Tag hatte ein Morgengebet mit Marcel Tappert eingeläutet. Im Mittelpunkt seiner Andacht, ein Video in einem wunderschönen Garten produziert, stand Psalm 23.

Zur Eröffnung zitierte der Bischof zwei Texte. Zunächst hörte die Konferenz auf den Römerbrief des Apostel Paulus (14,19 bis 15,7) und damit auf die Mahnung: „Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Ehre.“ Mit den „Leitlinien für das Gespräch“, vom Runden Tisch im Dezember 2019 formuliert, erinnerte der Bischof an eine den Worten von Paulus entsprechende Gesprächskultur:

„Leitlinien für unser Miteinander · Wir stellen die Sichtweise der anderen so fair wie möglich dar. Wir unterlassen generalisierende Urteile und vereinfachende, tendenziöse Darstellung der jeweils anderen und stellen uns der Herausforderung, wirklich verstehen und den anderen ernstnehmen zu wollen. · Wir versuchen, das Gewinner-Verlierer-Schema zu überwinden. Wir geben der Frage „Was braucht der jeweils andere?“ den Vorrang vor der Frage „Was brauche ich?“ · Wir unterstellen einander Gutes. Wir nehmen einander ab, dass wir aufrichtig gemäß unserer jeweiligen Glaubensüberzeugung reden und handeln. Auf dieser Basis müssen Unstimmigkeiten und vermeintliches Fehlverhalten offen geklärt werden. · Wir streiten miteinander, aber vermeiden, was zu öffentlichen Polarisierungen führt. Mehr noch: Wir widersetzen uns aktiv allen schädigenden Polarisierungsversuchen und sind bereit, mäßigend auf unser Umfeld einzuwirken. · Wir gehen die anstehenden Fragen mit Weisheit und theologischer Differenziertheit an. Das methodistische „Quadrilateral“ (Schrift, Tradition, Vernunft und Erfahrung) dient uns als hilfreicher Rahmen für unsere Verständigung. Einfache schwarz-weiß Muster helfen nicht weiter. · Wir orientieren unser Reden und Handeln am Modell der „convicted humility“ (Überzeugung und Demut). Wir teilen einander unsere tiefen Überzeugungen mit und treten für unsere Sichtweise ein. Das verbinden wir allerdings mit der Demut, die darum weiß, dass alle Erkenntnis Stückwerk bleibt (1. Korinther 13,9.12.13) und darum ergänzungs- und korrekturbedürftig ist. · Wir glauben einander den Glauben. Wir gestehen einander die Liebe zu Jesus Christus, zur Schrift, zu unserer Kirche und zu unserem Auftrag zu.“

Zum Auftakt des Plenums waren 135 Konferenzmitglieder über ZOOM zugeschaltet. Mit den 15 Mitgliedern vor Ort bewegt sich die Teilnahme insgesamt auf dem Niveau einer Präsenzkonferenz. Offensichtlich hat sich die Konferenz auf die digitale Form gut eingestellt. Besonders begrüßt wurde vom Bischof der neue Konferenzsekretär Pastor Olf Tunger.

Kai Uwe Dannenberg (NJK), Superintendent Tobias Beisswenger (SJK), Roland Gebauer (THR) wurden als offizielle Gäste begrüßt.

Grußworte der SJK und der NJK

Tobias Beisswenger wünschte in seinem Grußwort an die OJK in diesen Tagen gute Erfahrungen. Die SJK beschäftigte sich bis zum vergangenen Sonntag intensiv mit den Fragen um den Klimawandel. Gesellschaftspolitische Themen sollen in der SJK in den nächsten Jahren wieder stärker in den Fokus genommen werden. Einen breiten Raum nahm in der SJK auch die Reflexion des kirchlichen Lebens während der Pandemie ein. Dabei wurden die zahlreichen Chancen, die sich durch neuen Arbeitsformen während der Pandemie ergeben ebenso thematisiert wie manche Sorge, ob ehrenamtliches Engagement sich nach der Pandemie in vormals gewohnter Weise fortsetzen wird. Diesbezüglich gelte es auch zu fragen, ob ehrenamtliches Engagement, das oft über die Kräfte Einzelner hinausging, nicht neu und anders entwickelt werden müsse. Tobias Beißwenger ist Superintendent auf dem Distrikt Reutlingen.

Kai Uwe Dannenberg freute sich erstmals bei der OJK dabei zu sein. Er wünschte im Namen der NJK eine geistlich geprägte und inhaltlich motivierende Konferenz. Er selbst komme vom Bezirk Clausthal (Harz). Die Gemeindearbeit in der NJK habe sich in den letzten 15 Monaten grundlegend geändert. Der Dienst der Laien wurde dadurch neu bewertet und gestärkt. Ganz neue Aufgaben wurden angenommen und insbesondere die LaienpredigerInnen zeigten bei den verschiedensten Gottesdienstformaten eine hohe Flexibilität. Viele Dienste setzten während dieser Zeit aber auch aus und es wird spannend, wie viele Mitarbeitende sich nun mit dem Neustart wieder engagieren. Der Finanzhaushalt der NJK ist leider weiterhin instabil. Viele Versuche den Haushalt zu konsolidieren sind gescheitert. Das bisherige Umlagesystem erwies sich nicht als tragfähig. Nun wird das System reformiert. Zu den angestrebten Veränderungen gehört die Stärkung des Dienstes der ehrenamtlich Mitarbeitenden.


Als Fels in der Brandung?!

Die Konferenz reflektierte am Freitagnachmittag ihre Erfahrungen während der Pandemie. Unterstützend stellte Werner Philipp die Trauerphasen nach Yorick Spiegel dar (siehe Link zur Präsentation https://prezi.com/view/asESjD5bE75b1W159oSF/). In Gesprächsgruppen stellten sich Konferenzmitglieder den Fragen. Im Plenum gab es danach eine Reihe von Rückmeldungen und einen Antrag, der erst am Samstag entschieden wird.
„Faszinierend wie unterschiedlich der anfängliche Schock wahrgenommen wurde. Zwischen plötzlicher Ruhe und viel Stress mit dem Umorganisieren des Familienlebens gab es zahlreiche Facetten.“

Mit dem Bild von der Felsenkirchen von Lalibella (im Norden von Äthiopien) erinnerte Diana Wolff an den "Fels in der Brandung".
Die Kirche ist im Ganzen aus dem Fels gehauen. Daher ergibt sich in der Draufsicht: Fels, Kirche und Kreuz in einem Bild. Wir haben in der Krise einen Fels in der Brandung.

Ist das Modell der 4 Phasen eigentlich wirklich geeignet. Es hat seine Grenzen, aber bietet eine stückweite Orientierung. Orientierung war für uns ein wichtiges Stichwort.
Es gibt ganz unterschiedliche Bewertung von Erfahrungen. Viel wichtiger ist für mich die Frage: Wie machen wir weiter? Es gibt große Herausforderungen (politisch, ökologisch) Wie gestalten wir unser Leben in Zukunft, auch in den Gemeinden?
Familien erlebten es als wohltuend, dass Freiräume entstanden. Gibt es jetzt ein Zurück in den "Sonntagmorgen-Stress" oder brauchen wir neue Formen und Zeiten. Und wie finden Familien und traditionelle Gottesdienstbesucher wieder zusammen?
Darf heutzutage überhaupt noch gestorben werden? Im Prinzip: Ja, es wird einem nur manchmal nicht leicht gemacht.
Wie verkraftet die Jugend, wie verkraften die Kinder eine solche Zeit? Eine Pandemie dauert bis zu 3 Jahre.
Krise brachte auch einen Vorteil, hier und da mehr Zeit, neue Kontakte. Es wurden Leute erreicht, die sonst nicht in den Gottesdienst kommen. Aber wie gehen wir mit denen um, die nicht mehr kommen?
Not macht erfinderisch.
Vermisst wurde die Dankbarkeit, dass wir in unserem Land so mit der Krise umgehen konnten. Damit ist aber auch eine Aufgabe verbunden. Wir sind eines der reichsten Länder und leben auf Kosten der anderen. Angefangen beim Umgang mit der Schöpfung bis hin zur Frage nach Gerechtigkeit - sind wir noch nicht klar.
Wir brauchen viele kreative Sammlungsangebote.
Es war schwer, dass keine Menschen im Pflegeheim besucht werden konnten. Das einsame Sterben war/ist nicht auszuhalten. Menschliche Nähe ist unverzichtbar.
Ein großes Dankeschön: Während der Coronazeit ging ganz regelmäßig das Pastorengehalt auf unserem Konto ein. Das war/ ist keine Selbstverständlichkeit. Da sind wir privilegiert. Herzlichen Dank.
In welcher Phase befinden wir uns als OJK?
Haben wir eine Arbeitsgruppe, die hinsichtlich ökologischer Fragen weiterdenkt?
In diesem Jahr gibt es keinen Bericht des Friedensausschusses. Wir arbeiten seit Jahren an den Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Auf große Resonanz sei die Arbeit nicht gestoßen. Eher wirkte die Arbeit wie ein Feigenblatt der Konferenz. Vielleicht wollen wir aber nach unseren Erfahrungen jetzt intensiver darüber nachdenken.

Am Ende der Debatte stellte Pastor Jeremias Georgi folgenden Antrag:
Die OJK beauftragt den Friedensausschuss an ökologischen und gesellschaftspolitischen Fragen im Zusammenhang der Coronasituation zu arbeiten und Impulse in die Konferenz zurück zu geben.

Der Bischof schloss die Runde mit einem herzlichen Dank an die Superintendenten für ihren Dienst.


„Sowohl als auch“

Nach den Erfahrungen während der Pandemie stand am Freitagnachmittag ein zweites Schwerpunktthema der Konferenz auf der Tagungsordnung. Superintendent Christhard Rüdiger führte dazu mit einer Präsentation über den Werdegang unserer Kirche seit den Beschlüssen der Generalkonferenz bis hin zur Gründung des Gemeinschaftsbundes ein. Es sei wichtig, sich diesen Werdegang immer wieder neu vor Augen zu halten. Dazu nutzte Rüdiger das Model eines Tetralemma. Rüdiger legte der Konferenz vor ihren Gesprächen das „Sowohl als auch“ und das „Weder noch…“ ans Herz, um das „ganz andere“ zu entdecken.
Die Präsentation ist hier zu finden: https://prezi.com/view/VBABCqAJh1KrVz3sJvu0/

Nach intensiven Gruppengesprächen hier ein kleiner Einblick in die Rückmeldungen aus dem Plenum:
Wie stimmen wir ab? Was ist mit den Enthaltungen? Bei einem „Entweder - Oder“ gehen diese Stimmen verloren.
Was wäre etwas voll außerhalb? Wenn Kirche keine Ordination und keine Eheschließung machen würde, wäre das ein Weg?
Ich bin dankbar für die Einführung in das Thema durch Christhard Rüdiger. So haben wir am Runden Tisch gearbeitet und so sollten wir auch gesamtkirchlich denken.
Wenn sich eine Gemeinde nicht entscheidet, dann geht sie auch einen neuen Weg.
Ich kann mich mit homosexuellen Paaren freuen, wenn sie in unserer Kirche getraut werden. Früher hätte ich dagegen gekämpft. Und ich wünsche mir, dass sich andere auch über den Gemeinschaftsbund und die damit verbundenen Möglichkeiten freuen.
Ich bin konservativ und evangelikal. Und ich freue mich über die Öffnung unserer Kirchenordnung. Ich bin dankbar, dass es den Gemeinschaftsbund gibt. Es kann aber eine Zerreisprobe sein miteinander unterwegs zu sein. Das ist mein Wunsch, dass das Wunder, das am Runden Tisch geschah, auch in den Gemeinden geschieht.
Ein blauer Punkt „außerhalb“ kann auch bedeuten, dass eine ganze Gemeinde die EmK geschlossen verlässt. Das kann nicht unser Ziel sein.
Die Superintendenten haben in jeder Bezirkskonferenz über den Gemeinschaftsbund informiert, aber die Gemeinden müssen jeweils ihren Weg finden.
Ich war etwas irritiert bei der Frage nach Gewinnern und Verlierern. Wenn man bei einer demokratischen Entscheidung so fragt, bekommt man immer Schwierigkeiten. Ich finde es seltsam, wenn eine Entscheidung so interpretiert wird. Der Weg einer Mehrheit ist ein legitimer Weg.
In einigen Gemeinden gibt es vermehrt Konflikte, wenn es um eine Entscheidung über den Beitritt in den Gemeinschaftsbund geht. Immer wieder kommen wir in den Kampfmodus. Wie bekommen wir den Geist des Runden Tisches in die Gemeinden. Benötigen wir vielleicht lokale Runde Tische?
Wir haben nur eine Chance gemeinsam unterwegs zu bleiben – ohne Verlierer und ohne Verletzungen. Es gibt noch den vierten Punkt „Weder noch“. Viele Gemeinden empfinden das Thema nicht als wichtiges Thema.
Die Ergebnisse des Runden Tisches geben die Chance, dass wir als Kirche zusammenbleiben. Ich sehe es skeptisch, wenn wir diese Beschlüsse nun schon wieder ändern oder zurücknehmen.
Was ist mit den Gemeinden, die sich öffnen? Auch dort gibt es das „sowohl als auch“. Niemand darf zu etwas gezwungen werden. Meinungen werden respektiert.
Ich wünsche mir, dass wir zusammenarbeiten und keine Parallelstruktur entsteht. Das würde jede Arbeit schwächen.
Warum ist ausgerechnet dieses Thema so aufgeladen, mit so viel Energie und auch Aggression verbunden? Vielleicht weil es mit Sexualität zu tun hat? Würden wir mit gleicher Intensität über Bibelstellen und andere Themen sprechen, z.B. „es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht als ein Reicher in das Reich Gottes“? Warum lässt uns anderes ziemlich kalt? Es rächt sich, dass wir in den vergangenen Jahren nicht ausreichend theologisch gearbeitet haben.

In der SJK wurde letzte Woche ein Antrag an die Zentralkonferenz auf den Weg gebracht, der die Möglichkeit, dass Gemeinden dem Gemeinschaftsbund beitreten können, in Frage stellt. Im Rahmen der Plenumssitzung gab Andreas Hertig, Mitglied im Vorstand des Gemeinschaftsbundes, eine Erklärung ab.

„Die EmK versteht sich als eine Kirche der Vielfalt, die nicht auf ein bestimmtes Verständnis der biblischen Botschaft festgelegt ist, sondern weiten Raum für unterschiedliche Auffassungen auf dem Boden einer gemeinsamen Basis geben möchte. Die Theologischen Grundsätze des Gemeinschaftsbundes verstehen sich als eine dieser Stimmen in der Vielfalt von Stimmen in unserer Kirche. Da sie sich als eine Sicht des Glaubens im Gesamten unserer Kirche verorten, ist es folgerichtig, dass sich auch Gemeinden dieser Sicht anschließen können. Die Vielfalt der Kirche darf sich nicht nur individuell, sondern muss sich auch auf Gemeindeebene widerspiegeln.

Der Gemeinschaftsbund ist keine Sammlung von einzelnen Gleichgesinnten, sondern die Eröffnung eines Lebens-„Raumes“ in unserer Kirche für Geschwister mit bestimmten theologischen Überzeugungen, der als solcher auch für Gemeinden offen ist. So ist er vom Runden Tisch entwickelt und vom Kirchenvorstand befürwortet worden. Die Verweigerung der Mitgliedschaft von Gemeinden würde diesen Raum bis zur Unkenntlichkeit entstellen.

Genauso wie Gemeinden, die mehrheitlich die Öffnung der Kirchenordnung befürworten, diese Überzeugung leben können, sollte unsere Toleranz so weit gehen, dass diese geistliche Heimat in der Ortsgemeinde auch Gemeinden mit einer konservativen Glaubensfarbe in unserer Kirche leben dürfen. Alles andere wäre eine Diskriminierung dieser Gemeinden und das deutliche Signal, dass man sie nicht wirklich als eine Bereicherung ansieht und in unserer Kirche halten möchte.“



„Werft euer Vertrauen nicht weg“

Ein Konferenzabend mit Gedenken, Danken und herzlichem Willkommen

Es war eine besondere Herausforderung den Konferenzabend „Gedenken – Danken – Begrüßen“ unter den Bedingungen einer digitalen Konferenz vorzubereiten. Trotz der ungewohnten Form gelang es den Akteuren sehr gut, an Menschen in angemessener Form zu erinnern, Dank für langjährige Dienste auszusprechen und die Freude über Menschen, die ihren Dienst in unsere Kirche beginnen, kundzutun. Eine perfekt funktionierende Technik trug dazu bei.    

Gedenken im Glanz unseres Glaubens

„>Im Glanze unseres Glaubens< erinnern wir an Menschen, deren reiches Leben zum Ziel gekommen ist“, so Superintendent Christhard Rüdiger zu Beginn der Feierstunde. Es ist mehr als eine gute Tradition, an Menschen zu denken, die sich mit ihrem Leben in den Dienst der Kirche eingebracht haben und im vergangenen Konferenzjahr verstorben sind. Dieses Gedenken ist ein Zeichen großer Wertschätzung und Dankbarkeit für ein Leben im Dienst am Evangelium und an Menschen in den Gemeinden und darüber hinaus. Superintendent Christhard Rüdiger und Distriktslaienführer Steffen Landrock erinnerten an das Leben und den Dienst von Pastor in Ruhe (P.i.R.) Lothar Schieck, P.i.R. Esther Roch (Norddeutsche Jährliche Konferenz), P.i.R. Eduard Riedner, P.i.R. Gerhard Riedel,   Anita Falk, Ehefrau von P.i.R. Gotthard Falk, Daniel Meyer, Ehemann von Pastorin Christine Meyer-Seifert, Oberin Christine Grünert und Diakonisse Ruth Rabold. Zu jedem Namen wurde eine Kerze entzündet, so dass acht Kerzen leuchteten. Der Wunsch, „Mögen alle Tränen bei Gott gut aufgehoben sein!“  und die Dankbarkeit für Lebenswege, die von Gott gesegnet wurden, vereinte die Konferenzgemeinde mit allen Angehörigen.

Leute, denen es um die Sache Gottes in dieser Welt geht

Alle Jubilare erhielten im Vorfeld des Abends zwei Fragen. „Von welchem Höhepunkt willst Du uns kurz erzählen?“ und „Was bedeutet dir im Rückblick deine Berufung in den hauptamtlichen Dienst?“ Herbert Uhlmann konnte sich mit dem Wort „Höhepunkt“ nicht anfreunden. Dienstzeit sei nicht auf Höhepunkte aus, sondern Bewährungszeit. Herbert Uhlmann erinnerte mit einer kurzen Lesung an die Zeit vor der Friedlichen Revolution und an persönliche Erfahrungen seines Dienstes in Plauen. Friedhelm Kober dankte besonders seiner Frau Christa für den gemeinsamen Weg, der sie unter anderem in die Situation des Neubaugebietes in Berlin-Marzahn führte. Seine Berufung sei das, was im Inneren trägt, auch wenn man manchmal mit seiner Kirche über Kreuz liegt, so Friedhelm Kober. Herbert Uhlmann betonte, er habe sich nicht selbst berufen, sondern die Kirche habe ihn in diesen Dienst gerufen, und damit Menschen, denen es um die Sache Gottes in dieser Welt geht. Das wäre bis heute nicht anders.

Andrea Petzold und Friedbert Fröhlich wurden für 40 Dienstjahre und Eric Söllner und Claudia Küchler für 25 Jahre des Dienstes geehrt. Zum Unterwegssein in all den Jahren gehörten auch Ehepartner und Familien, die in den ausgesprochenen Dank mit eingeschlossen sind. Die Jubilare erhielten zudem einen Blumenstrauß, den Christhard Rüdiger „durch den Bildschirm hindurchreichte.“ Bei den meisten Jubilaren hat es auf Anhieb funktioniert.

Stimmungsvolle musikalische Untermalung 

Zu einem schönen Abend gehört eine stimmungsvolle musikalische Gestaltung. Die Corona-Einschränkungen machen das nicht einfach. Stefan Gerisch gab mit seinen schwungvollen und sensiblen Improvisationen am Piano dem Abend einen angemessen Rahmen, dann auch für den Dank an jene, die an einer besonderen Station ihres Lebensweges stehen. Maria Lein beendet ihren Dienst als Gemeindepädagogin in unserer Kirche vorerst aus familiären Gründen. Bischof Rückert dankte ihr für ihren Dienst. Besonderer Dank galt auch Pastor Christian Meischner und Pastorin Andrea Petzold, die den aktiven Dienst beenden und für die die Zeit des Ruhestands beginnt. 
Die Herberge am Klosterwald musste im Zuge der Pandemie leider geschlossen werden. Die Konferenz sieht keine Möglichkeit die Arbeit an diesem Ort fortzusetzen. Die Leitung der Herberge am Klosterwald in Bad Klosterlausnitz gab Petra Ziermann ab. Auch ihr galt ein herzlicher Dank für ihre langjährige Tätigkeit als Leiterin der Herberge.
Andrea Petzold erinnerte angesichts des bevorstehenden Ruhestands und des damit verbundenen Umzugs an die Aufgabe, sich von Dingen zu trennen. Sie gab allen den guten Rat: Werf euer Vertrauen nicht weg.

           

Willkommen der Anfänger

Eine besondere Freude sind immer die so genannten „Anfängerinnen und Anfänger“. Sind sie doch Zeichen, dass Gott auch heute Menschen in seinen Dienst ruft. Als Gemeindepädagogin starten Sandra Mauersberger und Sophie Reichelt. Marcel Franke wurde die Empfehlung zum Vorpraktikum zum Theologiestudium ausgesprochen und Dorothea Föllner die Empfehlung zum Verbleib als Lokalpastorin.

Bischof Harald Rückert dankte am Ende für die vielfältigen Zeugnisse, Berichte, Einsichten und Erfahrungen, die auf Gottes Güte verwiesen haben. Dieser Abend war ein Spiegelbild einer lebendigen Dienstgemeinschaft unserer Konferenz.


Gehalten durch Christus - Jugendkonferenz

Die Jugendkonferenz fand am Freitagabend per ZOOM statt. Die jungen Leute waren zu einem Gottesdienst und einem Spieleabend eingeladen.

Im Mittelpunkt stand das Konferenzthema „Gehalten durch Christus“. Die Jugendlichen entdecken, dass das sehr unterschiedlich aussehen kann (siehe Bild). Josefine Will: „Dabei war eine Erkenntnis, dass das Gehaltensein offenbar eng verknüpft mit Freiheit ist, die wir mit Jesus erleben.“ Außerdem gab es an diesem Abend natürlich auch mit Spiel, Spaß, Kneipenquiz eine gute Gemeinschaft.