Tagesgeschehen vom Samstag, 10. Oktober 2020

Laienversammlung

In der einstündigen Laienversammlung wurden viele verschiedene und wichtige Themen unserer Zeit angesprochen, kurz andiskutiert und zum Weiterdenken mitgegeben. Das sind zum Beispiel:
- die Rolle der Laien im Gemeindebezirk, den Gremien und der Konferenz
- welche Erfahrungen wurden in der Coronazeit bisher gesammelt und wie geht es weiter
- welche Ideen gibt es zum Austausch auf Konvent- bzw. Distriktsebene.
- Angemahnt wurde auch, dass trotz Krisenzeiten das Demokratieverständnis unserer Kirche bei Entscheidungen nicht auf der Strecke bleiben darf.
- Die Fragen zur finanziellen Lage und Entwicklung innerhalb der OJK nahm breiten Raum ein. Dabei wurde benannt, dass es eine wichtige Aufgabe der Laien ist, in ihren Gemeindebezirken vom Geld zu sprechen und die geistige, spirituelle Haltung mit in den Blick zu nehmen.
Der Schatzmeister ermunterte die Fakten gepaart mit der Zuversicht des Glaubens und den Mut in die Zukunft zu präsentieren.
Die Werbung zur Mitarbeit sollte immer aus dem Evangelium heraus erfolgen.

Zum Schluss wurde ermutigt, die verschiedenen digitalen Wege für die Weiterarbeit zu nutzen.

(cp)


Geschlossene Sitzung der Ordinierten

Am Sonntag wird es wie geplant zwei Ordinationen in der St. Annenkirche geben. Die geschlossene Sitzung der Ordinierten nahmen Marie-Theres Ringeis (Zschopau) und Christine Meyer-Seifert (Chemnitz) in die voller Verbindung als Konferenzmitglied auf und empfahl beide zur Ordination. Der Ordinationsgottesdienst findet am Sonntag, 11.10.2020, um 11:00 Uhr in der Annaberger St. Annenkirche statt. Die Predigt hält Bischof Harald Rückert.



Gemeinde in der Corona-Zeit – Antworten?

„Pandemien sind Evolutionsbeschleuniger“ – mit diesen Worten eröffnete Superintendent Werner Philipp eine zweite Runde zu den Erfahrungen der Gemeinden während der Corona-Pandemie. Diese soll nun stärker in die Zukunft weisen. Anschließend entwickelte sich eine lebendige Diskussion über die theologische Deutung der Situation, neue Möglichkeiten und den zukünftigen Weg der Kirche. Einige Gedankensplitter:

Die Frage nach den Zeichen der Zeit stehe an.

Niemand könne zum Alten zurückkehren, aber Menschen, die kreativ voranschreiten, benötigen aber einen Grundkonsens von dem, was unaufgebbar ist.

Gelingt uns wieder ein Weg in Kleingruppen (Klassen, Gespräche, Hausandachten).

Dank gilt den Superintendenten für die gute Leitung während der Pandemie.

Was bedeutet „Nähe und Distanz“ in unseren Gemeinden, die sich als familiär verstehen?

Konsequenzen der Pandemie sollten nicht zuerst auf der Strukturebene gesucht werden, sondern das geistliche Leben betreffen.

Die Arbeit des „Runden Tisches“ war wichtig, aber wir haben zu viel Zeit und Kraft verbraucht, die an entscheidenden Stellen gefehlt haben.

Werden wir wieder diakonisch aktiv, sind wir in Zukunft auch systemrelevant.

Wie gehen wir miteinander um? Nächstenliebe, Verständnis für die Schwachen bleibt auf der Strecke, z.B. wenn das Tragen der Masken im Gottesdienst verweigert wird.

Uns fällt es schwer zu schweigen und zunächst einmal in Ruhe nachzudenken. Wir sind zu schnell bei den Aktivitäten. Zu fragen wäre aber, welche Grenzerfahrungen haben wir gemacht, was heißt denn „systemrelevant“. Es gibt so viele Fragen, die für uns Menschen relevant sind.

Das Richtige zu tun, aber auch innezuhalten, eine Spannung, in der wie immer stehen, auch ohne Pandemie.

Wer hat Interesse an der Gründung einer Internetgemeinde und zunächst darüber nachzudenken, wie das gehen kann, geistliche Beziehungen über das Internet zu pflegen.

Der größte Saftdruck bei einem Baum ist dort, wo der Ast abgeschnitten wurde. Wie geht es Euch? Uns geht es gut, wir sind zu zweit allein, auch weil wir uns gerade vertragen.

Eine Wissenschaft, die in der Lage ist, sich zu korrigieren. Experten sind nicht übereinander herfallen, sondern konnten auch Irrtum eingestehen. Von den Experten können wir lernen.

Wie haushalten wir mit unseren Kräften, Gaben, Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Ich habe mit Menschen über das Internet kommuniziert, die nie in meine Kirche kommen.

Wir hatten viel Muse, Gespräche zu führen über den Gartenzaun, unseren Dienst zu reflektieren, Fragen zu durchdenken. Das sollte doch auch in normalen Zeiten so sein? Oder ist Stress ein Gütesiegel unseres Glaubens?

Zurückzukehren zu dem, was war? Das ist nicht möglich. Wir sind längst mitten in den Veränderungen bei jeder Veranstaltung. Frage ist aber, was ist essentiell für das Gemeindeleben und wie entwickeln wir das weiter.

„Was habe ich während Corona überhaupt nicht vermisst“ – könnte die Frage nach unseren Ressourcen, nach dem sein, was essentiell für unseren Dienst ist?

Am Ende der Runde warb der Bischof dafür, die Weiterarbeit an den angerissenen Fragekreisen zu strukturieren. Wir haben in diesem schwierigen Rahmen mehr als 2 Stunden intensiv gesprochen. Das Plenum verständigte sich darauf, dass der Konferenzverwaltungsrat die Aufgaben übernimmt, um einen strukturellen Rahmen zu schaffen, die Fragen und Themenbereiche weiter zu verfolgen und für die Konferenz fruchtbar zu machen. Gleichzeitig könnten die Fragestellungen auch in das Pastoralkolleg (gemeinsam mit der EVLKS) thematisch einfließen. Für die Weiterarbeit sei auch zu berücksichtigen, dass sich Laien und Pastoren inhaltlich gemeinsam auf den Weg machen.


Dienst verlängert - Superintendent Christhard Rüdiger bis 2023 berufen

In der Regel dauert die Amtszeit eines Superintendenten in der Evangelisch-methodistischen Kirche 8 Jahre. Für den Bischof besteht die Möglichkeit, diesen Dienst um weitere 2 Jahre zu verlängern. Bischof Harald Rückert gab bekannt, dass er Superintendent Christhard Rüdiger, dessen Dienst 2013 begonnen hat und regulär 2021 endet, für weitere zwei Jahre bis 2023 in den Dienst eines Superintendenten für den Dresdner Distrikt beruft. Zugleich dankte er den Superintendenten Werner Philipp (Distrikt Zwickau) und Christhard Rüdiger für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Es mache ihm große Freude, mit beiden im Kabinett unterwegs zu sein. Die Konferenz unterstützte die Entscheidung der Verlängerung und den Dank mit Applaus.


Ergebnis des „Runden Tisches“ – zwischen Wunder und Abgrund

Die Mitglieder des runden Tisches und der Bischof informierten ausführlich über das Ergebnis des „Runden Tisches“. Dieser war eingerichtet worden, um angesichts der Beschlüsse der Generalkonferenz hinsichtlich der Ordination von homosexuell orientierten Menschen und auch der Trauung von  homosexuellen Paaren, einen Weg zu finden, auf dem unsere Kirche in Deutschland zusammenbleiben kann. Die Schilderung des Prozesses am „Runden Tisch“ wurde als außerordentlich anstrengend zwischen Wunder und Abgrund empfunden. Wiederholt stand man gemeinsam am Abgrund und es sei letztlich ein Wunder, dass der Runde Tisch zu einem einstimmigen Ergebnis gekommen ist. Trotz schwieriger Situationen wäre eine Vertrauensbasis zwischen den Mitgliedern gewachsen, die eine gemeinsame Vorlage möglich macht. Natürlich sei das Ergebnis ein Kompromiss.

Dieser bestehe aus zwei Teilen. Zum einen sollen aus der Verfassung, Lehre und Ordnung unserer Kirche alle Passagen gestrichen oder außer Kraft gesetzt werden, wo eine ausgrenzende, verurteilende Wortewahl verwendet wird. Das soll verhindern, dass sich an der VLO die Kirche in ihrer Praxis mit Berufung auf ihre Ordnung spaltet. Für keine Position soll durch die VLO eine Zwangssituation entstehen. Der andere Teil des Kompromisses besteht darin, dass Kirchenglieder mit einer konservativen Sichtweise in Fragen von Sexualität und Homosexualität einem „Gemeinschaftsbund“ angehören können, um ihre Position auch offen in der Kirche zu leben und zu kommunizieren. Dies soll innerhalb der Struktur der EmK in Deutschland geschehen.

Die Form des „Gemeinschaftsbundes“ soll analog zu den Werken (Bildungswerk, Kinder- und Jugendwerk) gestaltet werden. Diese stehen in geordneter Beziehung zu den Konferenzen, geben dort Bericht und partizipieren an der Arbeit der Gesamtkirche und arbeiten mit ihr zusammen. Für den Gemeinschaftsbund liegt bereits ein theologisches Statement als Grundlage vor. Auch hinsichtlich der Organisation und der strukturellen Ausgestaltung ist der Runde Tisch bereits weit. Voraussichtlich schon zur Tagung des Kirchenvorstands im November in Zwickau könnte beschlossen werden, dass das Ergebnis bis zur Entscheidung der nächsten Generalkonferenz in Kraft gesetzt wird. Von allen Seiten wird erwartet, dass möglichst bald dieser Prozess zu Ziel kommt und die Kirche mehr zu den eigentlichen Aufgaben zurückkehren kann.

Die Diskussion verlief im Grundsatz folgend sehr konträr. Geäußert wurde, „dass die Frage der Homosexualität in den Rang eines Bekenntnisses gehoben werde, sei ein Grundfehler. Welche Fragestellungen würden demnächst folgen?“ Die Leitungsaufgabe wäre aber nun, in den Gemeinden zu klären, welche Diskussion und in welcher Form vor Ort derzeit und in Bezug auf das Ergebnis des Runden Tisches hilfreich ist.

Der Runde Tisch sei ein Beispiel dafür, dass es gelingen kann, trotz sehr konträrer Positionen beieinander zu bleiben. Dies bleibe Aufgabe auch weiterhin auf allen Ebenen. Offen blieben Fragen der Dienstzuweisungen. Ebenso diskussionswürdig ist der Entscheidungsweg einer Gemeinde hin zum  Gemeinschaftsbund. Befürchtungen, dass es in diesen Prozessen „Verlierer“ gäbe, müssten ernst genommen werden. Man könne dem aber mit einer guten Prozess- und Abstimmungsgestaltung (geheim) begegnen. Skepsis wurde angesichts des Lösungsversuchs darin deutlich, auf eine seelsorgerliche sowie gesellschaftliche Fragestellung mit einer strukturellen Lösung zu reagieren. Die angestrebte Doppelstruktur würde zudem zusätzliche finanzielle Ressourcen binden. Der Bischof betonte, dass die Vorlage des Runden Tisches auch eher die Einheit der weltweiten Kirche befördere.

Wiederholt wurde den Mitgliedern des Runden Tisches für ihr starkes Engagement gedankt.


Vorzeitiges Ende - Dank

Vorzeitig enden die Beratungen der OJK. Der Bischof und die Superintendenten danken Lutz Rochlitzer für die Organisation, Kai Süß für die Internetarbeit, Caroline Hänsch und Thomas Dietrich vom Konferenzbüro und allen anderen, die diese Corona-Konferenz möglichgemacht haben.

Losung und Lehrtext des Tages stehen am Ende der Beratungen:

Wenn der HERR spricht, so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da.   Psalm 33,9

Jesus stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.   Markus 4,39


Gedenken – Danken – Begrüßen

Aus guter Tradition nimmt sich die Konferenz Zeit, der Menschen zu gedenken, die in besonderer Weise mit der Konferenz verbunden waren und deren Leben im zurückliegenden Konferenzjahr zum Ziel gekommen ist. Der Dank wird allen ausgesprochen, die mit dieser Konferenz eine Aufgaben oder besonderen Dienst abgegeben haben. Und auch in diesem Jahr es eine Freude, Menschen in der Konferenz zu begrüßen. Unter Leitung von Bischof Harald Rückert wurde folgender Schwestern und Brüder gedacht:

P.i.R. Siegfried Michalski, P.i.R. Werner Barth, P.i.R. Gerhard Solbrig, P.i.R. Max Nestler, P.i.R. Lothar Gerischer, Pastorenwitwe Roswitha Wilhelm (NJK), Pastorenwitwe Marianne Maneck (NJK), Pastorenwitwe Christa Hawemann (NJK), Pastorenwitwe Hildegard Ringeis (NJK).

Herzliche gratulierte der Bischof im Namen der gesamten Konferenz zum Dienstjubiläum den Pastoren und Pastorin.

Gunter Demmler         70 Dienstjahre              
Gerhard Riedel70 Dienstjahre
Dr. Karl Zehrer70 Dienstjahre
Gottfried Fischer 50 Dienstjahre
Thomas Fritzsch 50 Dienstjahre
Christoph Georgi 50 Dienstjahre
Harald Hunger 50 Dienstjahre
Uta Ullmann  40 Dienstjahre
Jörg Herrmann 40 Dienstjahre
Klaus Leibe25 Dienstjahre

                            

Mit Dank wurden verabschiedet:

Sarah Schulz 4 Jahre als Referentin im KJW
Esther Friedemann      2 Jahre im KJW
Lisa Morgenroth   Beauftragte für Junge Erwachsene
Christian Posdzichals Konferenzschriftführer

 

Der Bischof begrüßte und gratulierte im Namen der Konferenz:

Pastorin Marie-Theres Ringeis   Ordination am 11.10.2020   
Pastorin Christine Meyer-Seifert          Ordination am 11.10.2020
Pastorin Kathrin PosdzichAufnahme als Pastorin auf Probe
Pastorin Susann Kober  Lokalpastorin nach Praktikum
Pastor Pedro FreundelLokalpastor nach Praktikum
Pastor Tobias BuschbeckLokalpastor zum Verbleib
Pastor Sven Tiesler Transferierung von der NJK
Felix SüßEmpfehlung zum Studium
Josefine ArnoldBildungsreferentin im KJW Ost
Michael Beier Beauftragter für Junge Erwachsene
Olf TungerKonferenzschriftführer