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Tagesbericht vom Mittwoch

auch Ritter Georg und Burgfräulein Edelweiß begrüßte die Konferenzgemeinde in Schwarzenberg

Ostdeutsche Jährliche Konferenz von Bischöfin Wenner eröffnet

Bischöfin Rosemarie Wenner (Frankfurt) hat heute um 11.00 Uhr die Ostdeutsche Jährliche Konferenz (OJK) in Schwarzenberg eröffnet. 

In ihrem Eröffnungswort ging sie auf die Tageslese der Herrnhuter Losung ein.  Im 1. Korinther 12  spricht Paulus von der Einheit der Verschiedenheit. So sind auch die Delegierten aus verschiedenen Gemeinden und Orten, als Pastoren und Laien, als Junge und Alte in der Konferenz zusammen.
Inspiriert von der gerade zurückliegenden Generalkonferenz in den USA, an der Bischöfin Wenner teilnahm, wünschte sie für die Tagung der Ostdeutschen Jährliche Konferenz in den Beratungen und Entscheidungen die Konferenz als Gnadenmittel wahrzunehmen.

In den Gottesdiensten, Bibelarbeiten, dem Theologischen Referaten und auch Geschäftssitzungen soll das immer wieder zentraler Punkt sein.
Nach der Eröffnungssitzung nahm die Konferenz mit zahlreichen Ausschusssitzungen ihre Geschäfte auf. 
(NoLö)
 


Blick in die Gemeinde
Blick in die Gemeinde

Selig, die noch etwas bereuen

Eröffnungsgottesdienst der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz  

Es ist schon eine gute Tradition, dass die Konferenz mit Wesleys „Mein Mund besinge tausendfach den Ruhm des Herrn der Welt“ sich zum Eröffnungsgottesdienst zu einer Stimme versammelt. Auch in diesem Jahr erfüllte die Konferenzgemeinde den Raum mit diesem Gotteslob. Die Emmauskirche in Schwarzenberg-Neuwelt war fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Glocken und Posaunen hatten den Gottesdienst „eingeläutet“. Der Blick der Gottesdienstbesucher richtete sich auf das Altarbild, das die Emmausjünger gemeinsam mit Jesus in den Mittelpunkt der wunderschönen Kirche rückt. Unter der Leitung von Pastor Hans-Peter Helm (Raschau) erlebte die Gemeinde einen Gottesdienst, der nach der Unruhe des ersten Konferenztages mit Anreise und Ausschusssitzungen zu wohltuender Ruhe brachte.

Erstmals wird eine Konferenz auf Konventebene durchgeführt. Hans-Peter Helm: „Diese Konferenz hat fünf Väter. Das hätte den Vorteil, wenn etwas schief geht, könne man immer sagen, die vier anderen sind schuld.“ Nach der Begrüßung aller Konferenzmitglieder und aller Gäste grüßte Hans-Peter Helm besonders herzlich Bischöfin Rosemarie Wenner. Ein kurzes Interview mit der Bischöfin erbrachte einige Einblicke in das Leben einer Bischöfin. „Ganz neu war für mich in diesem Jahr“, sagte Rosemarie Wenner, „dass ich erstmals als Bischöfin an der Generalkonferenz teilnahm und dabei auch Leitungsaufgaben in den Sitzungen übernehmen müsste. Das war aufregend.“
Die Bischöfin freut sich auf den Urlaub gemeinsam mit ihrem Mann in Norwegen. Außerdem steht ihr eine Reise nach Simbabwe und Malawi bevor. Aber sie freut sich auch, dass sie zu Advent nochmals nach Schwarzenberg kommen wird. Auf die Frage „Was wäre dein Wunsch für die Konferenz?“ gab die Bischöfin bewusst keine Prognosen ab. „Die Kirchenleitung geschieht durch die Konferenz“, sagte sie. Aber sie wünsche sich viele Beispiele in den Berichten der Konferenz, die davon erzählen, wie wir als Gemeinden das Konferenzthema umsetzen, wie wir in der Welt Salz der Erde sind.
Zum Abschluss des Interviews überreichte Hans-Peter Helm der Bischöfin ein Buch über Schwarzenberg. Die Lektüre würde ihr helfen, bei ihrem nächsten Besuch in Schwarzenberg gut vorbereitet zu sein.
Der gewaltige gemischte Chor des Konvents Schwarzenberg stimmte „Dich, o Herr, nur suche ich“ nach Samuel Wesley an und säumte dabei die gesamte Empore.
In seiner Predigt über Matthäus 21, 28-32, dem Gleichnis Jesu von den beiden Söhnen, die im Weinberg arbeiten sollen, stellt der Pastor Andreas Günther die Frage, die Jesus dem Gleichnis vorausgehen lässt: „Was meint ihr?“ Seine eindrücklichen Beispiele, die fiktiv und wirklichkeitsnah „Konferenzmitglieder“ in den Mittelpunkt rückte, bei denen Reden und Handeln auseinander fallen, verdeutlichten, wie sehr die Konferenz in ihrer Gegenwart in die Aussagen des Gleichnisses verwickelt ist. Immer wieder werden wir zu jenen, die Ja sagen, aber nie zur Tat kommen. In Anlehnung an ein altes rabbinisches Zitat sagte Andreas Günther der Gemeinde: „Die große Schuld sind nicht die Sünden, die er begeht, die große Schuld des Menschen ist, dass er jeden Augenblick die Umkehr tun kann und sie nicht tut.“ So liege der Schwerpunkt des Gleichnisses auf der Reue des zweiten Sohnes. Spät, aber rechtzeitig geht er und tut, was er zuerst nicht tun wollte. Selig seien jene Menschen, die noch etwas zu bereuen haben. Selig sind die, die sich hinter einem einmal gesagten „Ja“ nicht verstecken, sondern umkehren und gewillt sind umzudenken. „Werden wir zur Konferenz solchen Leuten begegnen, werden wir selbst zu solchen Leuten?“ fragte Andreas Günther. Gegen Ende seiner Predigt lenkte Andreas Günther den Blick auf den „dritten Sohn“ der Geschichte, den Erzähler des Gleichnisses: Jesus ist seinen Weg konsequent gegangen. Wort und Tat sind bei ihm eins. Jesus selbst lädt uns ein an seinen Tisch, unabhängig von unserem Versagen und unserer Schuld. „Es ist seine Gnade, die uns zur Umkehr bewegt“ – so sagte der Prediger zum Abschluss seiner Predigt. Die Feier des Heiligen Abendmahles ließ die Konferenzgemeinde diese Gnade Jesu Christi ganz handgreiflich erleben. Das sind beste Voraussetzungen für die kommenden Tage.  
(StRi)