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Tagesbericht vom Freitag

Prof. Dr. Jörg Barthel, Reutlingen
Prof. Dr. Jörg Barthel, Reutlingen

Bibelarbeit zu Micha 6, 1-8

von Prof. Dr. Jörg Barthel, Reutlingen

Überraschend begann Prof. Dr. Jörg Barthel, Reutlingen, seine Bibelarbeit zu Micha 6, 1-8, auf dessen Hintergrund das Konferenzthema formuliert ist, mit einem Zitat aus dem Kommunistischen Manifest von Marx und Engels: „Alles Bestehende verdampft“. In der Globalisierung sei dies Wirklichkeit geworden. Damit aber gehe zugleich eine nie gekannte Suche nach Identität einher, die uns Menschen schnell ein Gefühl der Überforderung gebe, weil wir mit dem Wandel nicht Schritt halten. Wir sagten uns selbst, was gut ist, aber die damit verbundene Überanstrengung schlage leicht in Resignation um. „Die Angst vor Identitätsverlust begleitet Suche nach Identität wie ein Schatten.“ so Barthel.
Genau um diese Fragen nach Identitätsverlust und -gewinn, nach Überanstrengung und Überforderung gehe es auch in diesem biblischen Text.
Gott, so Barthel, erinnere das Volk an seine Geschichte mit ihm und die darin erfahrene umfassende Begleitung und Fürsorge. Die Aufforderung zu dieser Art von Erinnerung sei grundlegend für die biblische Botschaft. Wo die Erinnerung an diese Geschichte verblasst, werde Gott alsbald zum blassen Gedanken und Christus zum Idol persönlicher Frömmigkeit, die Fixierung allein auf die religiöse Erfahrung führe zu einem religiösem Autismus.
Die Antwort des Sprechers, der das Volk repräsentiert, sei zutiefst resignativ. Sie enthält den Gedanken, in religiöser Hinsicht immer schon überfordert zu sein und bringe eine Haltung zum Ausdruck, die den niedergedrückten Menschen dem himmelweit überlegenen Gott einander gegenüberstellt.
Dennoch werde die religiöse Anstrengung vonseiten des Volkes noch verstärkt und das damit verbundene Angebot ins Unermessliche bis hin zum in Israel verbotenen Kinderopfer gesteigert. Im Hintergrund dessen stehe dabei die Frage, was der Mensch tun könne, um Sühne zu schaffen für seine Vergehen.
Auch heute lasse sich diese Haltung vielerorts antreffen: „Alles probiert und doch nichts passiert. Wir haben doch tausend Gottesdienste und zehntausend Andachten gehalten. Unsere Ausschüsse und Sitzungen laufen wie geschmiert. Wir haben unsere Familie geopfert. Und was kommt dabei heraus?“ so fragen viele. Dies aber, so Barthel, seien alles vergebliche Versuche der Identitätssicherung.
Gott aber wolle keine religiöse Überanstrengung. Seine Antwort sei vielmehr entlastend. Dabei spreche Gott den einzelnen Menschen an, denn: „Wenn es um den Willen Gottes geht, kann sich keiner im Kollektiv verstecken.“ Gott suche das Gute bei uns. Das Gute sei dabei keine philosophische Kategorie, gut sei vielmehr, was gut für jemanden ist, was dem Menschen und den menschlichen Beziehungen zugute kommt. Es geht um eine Suchbewegung Gottes hin zu uns Menschen. Was gut ist, verstehe sich aber nicht von selbst, es müsse uns gesagt werden, nämlich das Tun des Rechts im Sinne sozialer Gerechtigkeit, weil Gott uns Recht getan hat. Gott, so Barthel, habe eine Vorliebe für die Zuspätgekommenen; die nicht selten anzutreffende ungute Trennung zwischen Heil und Wohl widerspreche zutiefst der prophetischen Botschaft. Weil aber der Streit ums Recht auch gnadenlos geführt werden kann, sei die Aufforderung, Güte zu lieben, eine dringend notwendige Ergänzung. Güte nämlich dringe in die feinen Ritzen unseres Lebens, dorthin, wo der Appell ans Recht nicht  gelange.„Unsere Beziehungen heilen nicht durch moralische Appelle, sondern durch eine Güte, die entlastet. … Zu dieser Güte gehört aber auch, dass ich sie mir selbst gefallen lasse.“ Solange wir freilich, wie in unserer Gesellschaft oft üblich, Güte als Schwäche verdächtigten, liebten wir sie noch nicht.
In all dem dürfen wir darauf vertrauen, dass unser behutsames Mitgehen mit Gott zugleich zeigt, dass wir auf unserem Weg nicht allein sind, sondern dieser Weg der Gottes Weg ist, auf dem wir mit ihm unterwegs sein dürfen.
Alles in allem, so Barthel abschließend,  lade der Prophet uns ein zu identitätspolitischer Abrüstung, weil sich aus dem Hören auf einladendes, suchendes Wort an uns menschliche Identität verwirkliche. 
(FrEi)


Pastor Stephan Ringeis
Pastor Stephan Ringeis

Wechsel im Superintendentenamt

Heute berief Bischöfin Rosemarie Wenner Pastor Stephan Ringeis zum neuen Superintendenten des Zwickauer Distrikts ab 2009. Schon im ersten Nominationswahlgang hat ihn die Konferenz der Bischöfin für dieses Amt vorgeschlagen. „So schnell haben wir wohl nur selten einen neuen Superintendenten empfohlen“, war der erstaunte Kommentar eines Konferenzmitglieds.

In seinem Grußwort dankte Pastor Stephan Ringeis für das große Vertrauen der Konferenz und stellte die Freude des Glaubens in den Mittelpunkt seiner Gedanken. Er sagte, „Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“. Sie trage ihn auch in schwierigen Zeiten. Diese Erfahrung erwarte er sich auch in der bevorstehenden Dienstzeit als Superintendent des Zwickauer Distriktes.   


(Karl-Heinz Hecke/NoLö)


v.l.n.r.: Pfarrer Scholz, Landrat Mattko, Pfarrer Goth, Oberbürgermeisterin Hiemer
v.l.n.r.: Pfarrer Scholz, Landrat Mattko, Pfarrer Goth, Oberbürgermeisterin Hiemer

Grüße an die Konferenz

Von der Grußstunde der OJK am Freitagmittag

Zur Grußstunde am  Freitagmittag kamen Vertreter aus der Ökumene und der Öffentlichkeit  in die Ritter Georg Halle.
Nach der Begrüßung durch die Bischöfin sprachen sie die Teilnehmer der OJK an.
Die Gäste aus der Ökumene waren Pfarrer Scholz von der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, der auch im Namen der Evangelischen Allianz sprach, sowie Pfarrer Goth für die Röm.-Kath. Kirche.
Für den Landkreis Aue-Schwarzenberg grüßte Landrat Karl Mattko und für die Stadt Schwarzenberg  war Oberbürgermeisterin Hiemer zu Gast.

In Ihren Grußworten sprachen alle vom Leben auf der einen Welt, in die wir als Christen auch gesendet sind zu denselben Menschen durch den einen Herrn.
Ausgesprochen wurde  der Wunsch als Christ erkannt zu werden, nicht nur an guten Worten, sondern auch an guten Taten.

Bezugnehmend auf das Konferenzthema „Wer sagt Dir, Mensch, was gut ist.“ verwies Bischöfin Wenner darauf, dass wir als Evangelisch-methodistische Kirche die ständige Herausforderung im  Sozialen Bekenntnis haben.
(GPo)


Die Jubilare des Abends
Die Jubilare des Abends

620 Jahre Dienst

Abend der Begegnung

Traditionell lud die Konferenz am Freitagabend zur öffentlichen Konferenzsitzung ein.
In der vollbesetzten Emmauskirche in Schwarzenberg-Neuwelt stand an diesem Abend die Ehrung der Jubilare im Mittelpunkt. Vereint waren 620 Jahre Dienst, verteilt auf 8 Jubilare mit 60 Dienstjahren, ein Jubilar mit 50, einer mit 40 und zwei Pastoren mit 25 Dienstjahren. Pastor Konrad Jordan sprach die Konferenz in seiner unnachahmlichen Art an. Seine Rede war von tiefem Dank gegenüber Gott, der lieben Kirche und den Gemeinden geprägt. Auch den Ehefrauen, die den Dienst vor 60 Jahren mit ihren Männern begonnen hatten, wurde herzlich gedankt.
Die Jubilare hatten zu ihrem 50. Dienstjubiläum gesungen und so forderte Pastor Friedmar Walther die Gemeinde auf, sie nicht zu beklatschen, sondern mit ihnen zu singen. Der vorbereitete Text war schnell gelernt und alle stimmten ein:
„Brüder und Schwestern preist mit uns den Herrn.
Er hat uns gesegnet, wir dienen ihm gern.
Alle zusammen lobet den Herrn."
Diese Zeilen sollten auch denen, die neu in die Dienstgemeinschaft aufgenommen wurden, Wegweisung sein.

Hier die „Fakten“ des Abends zum Nachlesen:

Für 60 Dienstjahre wurden geehrt: Pastor Lothar Gerischer, Pastor Eberhard Groschupf, Pastor Konrad Jordan, Pastor Martin Kappaun, Pastor Horst Langer, Pastor Johannes Schnabel, Pastor Walter Unger und Pastor Friedmar Walther;
für 50 Dienstjahre: Pastor Dieter Fleischmann; für 40 Dienstjahre: Pastor Matthias Meyer; für 25 Dienstjahre: die Pastoren Thomas Härtel und Pastor Norbert Lötzsch.

Am Abschluss des aktiven Dienstes wurden gewürdigt: Pastor Reiner Kohlhammer und Laienprediger mit Dienstzuweisung Dr. Ulrich Meisel.

Als neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Dienstgemeinschaft wurden begrüßt:
Pastorin auf Probe Carolin Seifert und Pastorin auf Probe Cornelia Schrammel, die von der OJK  in die Schweiz überwiesen wird; Pastorin Birgit Wolter, welche aus Italien in die OJK kommt und Pastor Andreas Meyer und Pastor Diethelm Schimpf, die am Sonntag ordiniert werden.

Aus der OJK wurden Pastor auf Probe Englantin Lushka und wie schon erwähnt Pastorin auf Probe Cornelia Schrammel verabschiedet.

Zum Theologiestudium empfohlen wurden Maria Dörffel, Daniel Eibisch und Jeremias Georgi. Sie wurden der Konferenzgemeinde vorgestellt.

Die Fotos zu den Personen finden Sie unter Bilder!
(CP/KSU)