OJK 2018

Berichte und Fotos vom Freitag, 1. Juni

KONFLIKT – GEWALT – FRIEDEN

Volle Orgeltöne eröffneten den zweiten Konferenztag in der Hospitalkirche. Aus Psalm 46 hörten wir die Worte, dass Gott „Bogen zerbricht, Spieße zerschlägt und Wagen mit Feuer verbrennt“. Pastor Werner Philipp als Moderator der Referate erinnerte an den 30jährigen Krieg, der vor 400 Jahren begann und zitierte einen Pfarrer, der nach 1648 schrieb: „Waren es Menschen, die so etwas getan haben? Oder waren es Teufel?“ Die Konferenzteilnehmer waren motiviert und gespannt.

Prof. Dr. Thorsten Bonacker
Prof. Dr. Thorsten Bonacker

Prof. Dr. Bonacker, renommierter Friedensforscher an der Universität Marburg, der selbst durch die Massengewalt in Jugoslawien schockiert und motiviert wurde, erläuterte Hintergründe und Zusammenhänge und Verlaufsmöglichkeiten von Konflikten, z.B. dass viele Konflikte zwar unsichtbar sein können aber trotzdem latent vorhanden sind, oder dass es zu unterscheiden gilt zwischen primären und sekundären Konfliktparteien, sowie Drittparteien. Dabei betonte er, dass Konflikte an sich nicht schlecht sind, ja normal und geradezu nötig in einer funktionierenden Demokratie (z.B. Regierung und Opposition). Was jedoch ein Problem ist, wenn Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden, wozu neben der direkten physischen Gewalt auch die strukturelle Gewalt gerechnet werden muss mit institutionelle Missachtung von Menschen, Rassismus, Ausgrenzung und auch Armut.

Leider befinden uns global gesehen auf einem Höhepunkt bewaffneter Auseinandersetzungen, die allerdings zu allermeist innerstaatliche Konflikte sind. Für die Konfliktlösung machte Prof. Bonacker einige Bemerkungen, die auch von den nachfolgenden Rednern mehrfach aufgegriffen wurden. Zum einen benannte er als mögliche Schrittfolge „Waffenstillstand – Friedensvertrag – Versöhnung“, zum anderen sagte er, dass zu hohe Gerechtigkeitsforderungen einen Konflikt auch neu anheizen können.

Pastor Mitja Fritsch
Pastor Mitja Fritsch

Pastor Mitja Fritsch war um ein Co-Referat gebeten und ging bei der Beschreibung von „Schalom“ als Frieden vom biblischen Urzustand aus, von dem es heißt „Siehe, es war sehr gut.“ Anhand der Geschichte von Kain und Abel untersuchte er die typischen Abläufe eines Konfliktes. Dabei wies er auf das Gespräch mit Gott hin (Gebet), das Kain so dringend braucht und das, wäre es eher geschehen, Abel das Leben wohl gerettet hätte.

Der Sprung zum neuen Testament führte dann logischerweise zu der großen Wahrheit „Er, Christus, ist unser Friede“. Und wer Frieden mit Gott gefunden hat, kann auch mit Menschen Frieden machen.

Zum Abschluss gaben drei Personen ein persönliches Feedback: Pastor Thomas Roscher erinnerte dabei an die friedliche Demonstration am 7. Oktober 1989 in Plauen. Pastor Jörg Herrmann fragte im Kontext unsrer kirchlichen Rede von „Versöhnung“, ob wir u.U. Konflikte dadurch verlängern, wenn wir zu früh Versöhnung fordern. Und Bauingenieur Rainer Lock bemerkte, auch aus seiner persönlichen und gemeindlichen Erfahrung, dass in der Regel nicht die Dinge selbst das Problem sind, sondern wie wir damit umgehen. Und er betonte: „Ich will auf Augenhöhe sagen, was mir wichtig ist.“
AWE


Einheit und Vielfalt

Die Plenarsitzung beginnt mit dem Ausschuss für Evangelisation und Neulandmission. Es ist wichtig immer wieder einmal die Blickrichtung zu ändern und zu erkennen wo es Zeit wird, auch mal etwas Neues zu beginnen, etwas auszuprobieren oder auf einem begonnenen Weg weitere Schritte zu gehen.
Auf alle Fälle benötigt unsere Kirche Menschen die den Mut haben loszulaufen und mit Gottes Hilfe Evangelisation zu leben.

Mit dem Bericht vom Missionssekretär Frank Aichele wird der Blick erweitert und schaut auf die weltweite Mission und die internationale kirchliche Zusammenarbeit.
Es gab Hinweise auf das Missionsfest in Waltersdorf, die Missionsfreizeit auf Schwarzenshof und auf die Heimaturlaube der Missionare, die 2018 in Deutschland weilen. 
Auch wird auf den Pastorenaustausch zwischen Deutschland und Südafrika hingewiesen. Dazu spricht Dr. Michael Wetzel der an diesem Austausch teilnimmt.

Die Vormittagssitzung wurde mit einem Mittagsgebet beschlossen.

Nach der Mittagspause eröffnet Bischof Harald Rückert die Sitzung mit einem Gebet und der Bitte um Gottes Segen.

Im Wort von Bischof Harald Rückert an die OJK stand die Vielfalt und Einheit der Kirche im Mittelpunkt. Dies ist eine große Herausforderung im Spannungsfeld der gesellschaftlichen Umbrüche unserer Zeit. Es gilt die verschiedenen kulturellen Werte zu achten, neue Formen auszuprobieren und unterschiedliche theologische Akzentuierungen zuzulassen. Der Bischof berichtete auch von der Sitzung des Bischofsrates und der Vorbereitung der Generalkonferenz.

Die Konferenz beteiligte sich wieder an der weltweiten Gebetszeit für die Zukunft unserer Kirche in den Vorbereitungen für die außerordentliche Generalkonferenz, die 2019 stattfinden wird.

Bürgermeister Ingo Seifert gab ein erfrischendes Grußwort, in dem er das Konferenzthema „Was dem Frieden dient… Konflikte wahrnehmen, verstehen, gestalten“ aufgriff und feststellte, dass er dieses auch über seine Arbeit stellen kann.

In dem Bericht der JugendvertreterInnen, ging es um Digitalisierung. Nach vielfältigen Rückmeldungen aus dem Plenum wurde dem Antrag der Jugendlichen zugestimmt, an diesem Thema weiterzuarbeiten.

Weitere Programmpunkte waren der Bericht des Ausschuss für christliche Erziehung und der Bericht über die sozialen Dienste in unserer Konferenz.
ARI


Nach dem Referat ging es von der Hospitalkirche zurück in die Goldne Sonne
Nach dem Referat ging es von der Hospitalkirche zurück in die Goldne Sonne
Blick in die wunderschöne Innenstadt Schneebergs
Blick in die wunderschöne Innenstadt Schneebergs
Andrang am Stand von blessings4you
Andrang am Stand von blessings4you
das heutige Geburtstagskind
das heutige Geburtstagskind
Pastor Barry Sloan (l.) und Pastor Christian Meischner
Pastor Barry Sloan (l.) und Pastor Christian Meischner
Frank Aichele, Leiter der EmK-Weltmission und Pastorin Franziska Demmler
Frank Aichele, Leiter der EmK-Weltmission und Pastorin Franziska Demmler
die Hauptamtlichen
die Hauptamtlichen
die Laienvertreter
die Laienvertreter
Bürgermeister Ingo Seifert grüßt die Konferenz
Bürgermeister Ingo Seifert grüßt die Konferenz
Herzlicher Dank für das Grußwort
Herzlicher Dank für das Grußwort
in der Pause
in der Pause
Veranstaltungszentrum Goldne Sonne
Veranstaltungszentrum Goldne Sonne
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche

Neuer Superintendent für den Zwickauer Distrikt

Pastor Werner Philipp
Pastor Werner Philipp

Zu Beginn der Abendsitzung teilte Bischof Harald Rückert dem Plenum seine Entscheidung mit, Pastor Werner Philipp ab der nächsten Konferenz zum Superintendent des Zwickauer Distriktes zu berufen.
Er ist zur Zeit Pastor in Dresden und tritt die Nachfolge von Superintendent Stephan Ringeis an.
Mit Gebet und Segen und dem Beifall des Plenums beginnt nun sein Weg bis zu Einführung in das Amt nach der Konferenz im Jahr 2019.

Werner Philipp, Jahrgang 1967, ist verheiratet mit Isabel Philipp, zur Familie gehören 4 Kinder zwischen 18 und 27 Jahren. Philipp studierte von 1987 bis 1990 am Theologischen Seminar in Bad Klosterlausnitz und dann bis 1992 in Reutlingen.
Nach den Dienstorten Großenhain und Reichenbach zog die Familie 2006 nach Dresden. Philipp gehört dem Kirchenvorstand der Evangelisch-methodistischen Kirche an, ist Mitglied des Hochschulrats der Theologischen Hochschule Reutlingen und ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises Naturwissenschaft und Glaube in der EmK. Er begeistert sich für Astronomie und war Mitinitiator der Wiedereröffnung der Sternwarte Dresden-Gönnsdorf. Werner Philipp freut sich auf die spannende Herausforderung.


Pastor Pavle Kocev von der JK Tschechien/Slowakei beim Grußwort
Pastor Pavle Kocev von der JK Tschechien/Slowakei beim Grußwort
die Jugendvertreter der OJK
die Jugendvertreter der OJK
Suchtbeauftragter der OJK Torsten-Michael Ufer
Suchtbeauftragter der OJK Torsten-Michael Ufer
Bischof Rückert mit dem berufenen Superintendenten
Bischof Rückert mit dem berufenen Superintendenten
Konferenzstatistiker Christian Weißbach
Konferenzstatistiker Christian Weißbach
Herzlicher Dank an Joachim Blechschmidt und Günter Posdzich
Herzlicher Dank an Joachim Blechschmidt und Günter Posdzich

… am Abend ging die Plenarsitzung weiter

Nach dem Abendessen hörten wir den Bericht des Statistikers, der uns über den Entwicklungen der Kirchengliederzahlen und der finanziellen Situation innerhalb der OJK in Kenntnis setzte.

Joachim Blechschmidt und Günther Posdzich geben ihre Ämter als Konferenzlaienführer und Distriktslaienführer ab. Ihnen wurde ganz herzlich für ihre umfangreiche Arbeit gedankt.

Die Berichte des Ausschuss für Laientätigkeit und Erwachsenenbildung und der Bericht des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit der OJK wurden mit Dank angenommen.