OJK 2018

Berichte und Fotos vom Donnerstag, 31. Mai

Gott bringt uns zusammen - Eröffnungsgottesdienst

Mit einem Abendmahlsgottesdienst wurde die 51. Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz in der Hospitalkirche Schneeberg eröffnet. Pastor Andreas Günther und Pastorin Katrin Bonitz leiteten den Gottesdienst und Bischof Harald Rückert die Abendmahlsfeier nach der Verkündigung.

Pastor Kersten Benzing war Psalm 35 vorgegeben. Er begann die Predigt mit dem Friedensgruß und erklärte, dass dies nicht seine Gewohnheit ist, aber der Psalmtext mit seinen durchaus unfriedlichen Aussagen ihn dies nahegelegt habe. Er sah sich als Prediger zu einem „Boxkampf“  über drei Runden mit dem Psalm aufgefordert und demonstrierte das, indem er einen „Boxhandschuh“ über die Rechte zog.
1. Runde: Konflikte wahrnehmen. Feinde sollen aus dem Weg geräumt werden. Sie bereiten große Not. Der Krieg läuft nicht gut für den Beter, man redet nicht, was dem Frieden dient. Er, der sich diesen Angriffen ausgesetzt sieht, fühlt sich zu Unrecht angegriffen, ja schuldlos vor Gott. Aber, so fragt der Prediger, kann da sein? Gott kann man nichts vormachen. Wo immer in dieser Welt Konflikte aufbrechen, sind zwei Seiten beteiligt, denn zum Streit gehören zwei. Mit 50% ist man dabei. Die erste Runde beendet er mit einem „Haken“ durch die Deckung. Damit aber sollte man bei sich selber beginnen. 
Die 2. Runde, da gilt es, den Vorlauf von Konflikten wahrzunehmen. Sie haben eine Geschichte, die oft schon lange Zeit schwelen um schließlich zu entflammen. „Menschen sind aber niemals unsere Gegner“, so der Prediger. Von bösen Geistern gehen diese Kriege aus: Hass, Feindschaft, Ängste, Machtstreben, Lüge, sind u. a. die Namen. Die Runde wird beendet mit einem Treffer gegen die Mächte im Hintergrund und nicht gegen Menschen.
In der 3. Runde dann der Versuch, Konflikte zu gestalten und friedlich zu bewältigen. Gegen ein Reden, das nicht dem Frieden dienst wachsam sein. Die Versuche, Unfrieden durch Lüge und Verdrehung unter die Menschen und damit in die Gesellschaft zu bringen, heißt es die Fäuste hochheben und abzublocken, damit Hetze und Hass nicht durchkommen. Die Prediger traf mit seiner Botschaft ins Ziel.

Nach dem Eröffnungsgottesdienst konstituierte sich die Konferenz im großen Saal des Kulturzentrums „Goldne Sonne“. Bischof Harald Rückert nahm dabei noch einmal Bezug auf die Predigt und betonte, Konflikte machen auch um die Kirchen keinen Bogen. Das gilt auch für die EmK. Unser Gebet ist es, dass wir durchaus die Unterschiede  sehen, aber sie nicht nur als Defizit betrachten, sondern die Chancen erkennen, die in ihnen für unseren gemeinsamen Auftrag liegen, im Geiste Christi für den Frieden einzutreten. Mit einem herzlichen Dank an die Gemeinde und ihre Mitarbeiter konstituierte sich die Konferenz, nicht ohne vorher der im Konferenzjahr entschlafenen Geschwister im Gebet zu gedenken.

Zugleich erklärte sich die Konferenz einstimmig als Körperschaftsversammlung.

Glück auf in Schneeberg!
TR

Hospitalkirche
Hospitalkirche
Blick in die Gemeinde
Blick in die Gemeinde
an der Orgel: Joachim Ringeis
an der Orgel: Joachim Ringeis
Pastorin Katrin Bonitz
Pastorin Katrin Bonitz
Pastor Andreas Günther
Pastor Andreas Günther
Pastor Kersten Benzing bei der Predigt
Pastor Kersten Benzing bei der Predigt
Pastor Kersten Benzing bei der Predigt
Pastor Kersten Benzing bei der Predigt
Bischof Harald Rückert
Bischof Harald Rückert
Abendmahl
Abendmahl

Die Konferenz im Arbeitsmodus

Etwas ungewohnt, dem diesjährigen Ablauf der Konferenz geschuldet, begann nach der vormittäglichen Konstituierung die Konferenz ihre Arbeit in getrennten Sitzungen. Parallel zur Sitzung der ordinierten Pastoren tagten die Laienmitglieder in der Auferstehungskirche.

Während in der geschlossenen Sitzung der Pastoren Personalfragen behandelt wurden, wo es um Beauftragungen, Aufnahme in die Dienstgemeinschaft und Veränderungen ging, setzte sich die Laienversammlung mit Fragen und Meinungen zu Themen, die im Plenum behandelt werden, auseinander.

Eine zeitlich klar beschriebene Gebetszeit, zu außergewöhnlicher Zeit, ließ uns in beiden Sitzungen für die Zukunft unserer Kirche in den Vorbereitungen für die außerordentliche Generalkonferenz beten, die 2019 stattfinden wird, und für die Verantwortlichen und Delegierten um Weisheit für ihre Entscheidungen bitten.

In der anschließenden Plenarsitzung sprach der Delegierte der Süddeutschen Konferenz, Superintendent Markus Jung,  die Konferenz an, überbrachte Grüße der SJK und ging auf unser Konferenzthema ein. Martin Luther King’s Rede „I have a dream…“ ist auch heute noch aktuell, aktueller denn je. Es bedarf wieder einen Traum, einen Traum des Lebens, des Miteinanders. Einen Traum der Liebe.

Nach dem Bericht des Konferenzverwaltungsrates gab es eine sehr interessante Aussprache zu den Berichten der Superintendenten. Diese liegen in diesem Jahr getrennt vor und betrachten verschiedene Themen, die aber sich im Ziel angleichen. Die Berichte sind für die Behandlung in den Gemeinden, für intensive Gespräche darüber, sehr empfohlen.

Die Konferenz wählte in einem ersten Wahlgang Nominierungen für den zukünftigen Superintendenten des Zwickauer Distriktes. Die Spannung über den Ausgang der Nominierungswahl ist den Delegierten anzumerken und liegt in der schwülwarmen Luft des Plenarsaales.

Bischof Harald Rückert stellte am Schluss der Nachmittagssitzung der Konferenz Stephanie Hallmann vor, die von der geschlossenen Pastorensitzung zur Ordination und damit zur Aufnahme als Konferenzmitglied in voller Verbindung vorgeschlagen wurde. Der Gottesdienst zur Ordination findet am Sonntag statt.

JB

Bilder aus dem Plenum

Bischof Harald Rückert und Schriftführer Pastor Christian Posdzich
Bischof Harald Rückert und Schriftführer Pastor Christian Posdzich
Gratulation dem heutigen Geburtstagskind
Gratulation dem heutigen Geburtstagskind
Laienmitglied Steffen Demmler mit dem Gruß aus Schneeberg für den Bischof
Laienmitglied Steffen Demmler mit dem Gruß aus Schneeberg für den Bischof
Konferenzpianist Pastor Stefan Gerisch bei der Arbeit
Konferenzpianist Pastor Stefan Gerisch bei der Arbeit
Auferstehungskirche Schneeberg
Auferstehungskirche Schneeberg
Laienversammlung
Laienversammlung
das Plenum
das Plenum
Pastor Eric Söllner
Pastor Erik Söllner
Grußwort aus der SJK
Grußwort aus der SJK
Stephanie Hallmann wird am Sonntag ordiniert
Stephanie Hallmann wird am Sonntag ordiniert
... was dem Frieden dient
... was dem Frieden dient
Konferenzschatzmeister Thomas Dietrich
Konferenzschatzmeister Thomas Dietrich

Gespräch mit der Bibel über Ziele

Berichte der Superintendenten kontrovers diskutiert

Bis in den gestrigen Abend diskutierten die Delegierten der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz die Berichte der Superintendenten. Die Berichte nahmen in diesem Jahr unterschiedliche Themen auf. Stephan Ringeis widmete seinen Bericht der Bedeutung der Bibel in den Gemeinden. "Wer unterwegs ist, braucht Proviant", so Ringeis. Christhard Rüdiger berichtete über seine Erfahrungen mit dem Thema "Ziele" in den bisherigen 5 Jahren seines Dienstes als Superintendent.

Superintendent Stephan Ringeis
Superintendent Stephan Ringeis

Trotz der unterschiedlichen Thematiken bezogen sich die Berichte aufeinander. Es brauche das Gespräch mit der Bibel über die Ziele. Es sei wieder neu Zeit für die Bibel, so Ringeis. Eine Zeit, in der das biblische Wort gesellschaftlich fortschreitend bedeutungslos ist, und in der selbst die Liebhaber der Bibel eher unentschlossen dieses Buch aufschlagen, müsse unbedingt für dieses Buch prädestiniert sein. "Die Kirche hat nicht viel in der Hand, wenn sie unterwegs ist. Die Bibel schon.", so Ringeis.
"Natürlich trete dann die Kirche, besser die Heilige Schrift, in einen Konkurrenzkampf mit weiteren Angeboten, angefangen bei simpelsten Ideologien niederer Instinkte bis hin zu den bunten Visionen der Werbung, fortgeführt von Leidvermeidungsstrategien bis hin zum Versprechen höchster Rendite. Es gibt reichlich Angebote, mit denen ich mir den Magen verderben kann. "Geschichten und Zeugnisse, die von Gottes Kampf um des Menschen Ebenbildlichkeit erzählen, dürfen deshalb nicht stumm gehalten werden – für uns nicht – und für jede/n andere/n nicht. Denn am Ende geht es um die Frage, wie alles endet, für mich persönlich und für diese Welt. Aber natürlich auch für die Kirche. Ihre Wandlungs- und Reformprozesse bleiben ohne Respekt vor dem biblischen Wort am Ende eine kraftlose Übung. Wer unterwegs ist, braucht Proviant." so Ringeis am Ende seines Berichts.

Superintendent Christhard Rüdiger
Superintendent Christhard Rüdiger

Für Christhard Rüdiger sei das Gespräch über die Ziele auch angesichts der "kirchlich-theologischen Ziel-Sammelbegriffen wie: „Jesus, Reich Gottes, Evangelium, Mission oder Ewigkeit“ nötig. Kirche führe mit diesen Begriffen ihre Pluralität nur scheinbar wieder zusammen. Es blieben immer mehrdeutige Begriffe und jeder und jede verstehe unter diesen Begriffen etwas anderes. Dessen sei man sich oberflächlich nicht bewusst, bemerke es aber immer dann deutlich und unter Schmerzen, wenn man über diese Begriffe konkret ins Gespräch miteinander kommt. Wird das Gespräch nicht geführt, entstünden Blockaden und die Ziele verschwimmen. Um gemeinsam heraus zu bekommen, wohin es gehen solle, sei deshalb dieses Gespräch unverzichtbar. Dass dabei das Wort der Heiligen Schrift ein entscheidender Gesprächspartner ist, lag am Ende der Diskussion auf der Hand.
SR


Arbeitsmodus bei Abendhitze

Mit einem Gebet von Bischof Harald Rückert, der um einen „frischen Geist“ für die Sitzung in dem abendlich dunstigen Sitzungssaal bittet, geht es weiter mit der Plenumssitzung. Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs für den Superintendenten für den Zwickauer Distrikt bringen noch keine erforderlichen Mehrheiten.

Weiter geht es mit der Diskussion im Plenum zu den Berichten der Superintendenten. Die Berichte haben unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. In der Diskussion werden wir durch Andreas Hertig an die beschriebenen Aufgaben der Kirche aus der VLO, Artikel 121 erinnert: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker …“ (…). Es stehen Fragen im Raum, wie wir als Kirche in den „richtigen“ Gang kommen? Was kann sich entwickeln, wenn wir unsere Begabungen, Sehnsüchte und unsere persönliche Art und Weise Menschen in die Jüngerschaft einzuladen miteinander in den Blick nehmen? Wir fühlen uns eingeladen über diesen Auftrag offener in das Gespräch zu finden und uns gegenseitig vertrauensvoll wahrzunehmen.

Es folgt der Bericht des Vorschlagsauschluss. Es gibt Wahlen zu tätigen und Menschen lassen sich in Verantwortung nehmen. Im zweiten Wahlgang zum Superintendenten wurden zwei Pastoren mit absoluter Mehrheit gewählt. Aus den beiden Wahlvorschlägen der Konferenz beruft der Bischof den neuen Superintendenten des Zwickauer Distiktes. Katrin Schneidenbach wird als neues Mitglied der Kommission für Ordinierte Dienste (KOD) von der Konferenz bestätigt.

Der Bericht der Kommission für Kircheneigentum und Bauangelegenheiten (KKB) wird angenommen. Es folgt die Einleitung in die Unterlagen aus der Kommission für finanzielle Angelegenheiten (KfA). Es liegt der Antrag vor, die beiden Kommissionen (KKB und KfA) zusammenzulegen. Beide Kommissionen haben sich einstimmig hinter diesen Antrag gestellt. Die Konferenz bestätigt den Gesamtbericht und auch diesen Antrag.

Der Abschluss 2017 und der Haushaltsplan 2018 der Konferenz wurden durch den Schatzmeister Thomas Dietrich vorgestellt und von der Konferenz bestätigt. Er dankt für die pünktliche Anweisung der Anteile aus den Gemeinden. Es wurden weitere Anpassungen an die ZK Gehaltstabelle beschlossen. Der Schatzmeister wird für 4 weitere Jahre durch die OJK mit einem herzlichen Dank bestätigt.

Die Konferenz wird von Stephan Ringeis informiert, dass nach einem längeren Weg und unterschiedlichen Versuchen des Gemeindebezirkes „Halle-Dessau“ die Gemeindearbeit nach 75 Jahre in Abtsdorf eingestellt und das Gebäude verkauft wird. Wir schauen dankbar zurück auf die vielen segensreichen Jahre der Gemeindearbeit und das bezeugende Hineinwirken in den Ort und für die Menschen.
SLA


Als wir nach der Abendsitzung die "Goldne Sonne" verlassen hatten, beschien die goldne Sonne den Rathausturm und die St. Wolfgangskirche. Also alles, was aus dem Stadtbild herausragt. Vielen Dank an Rüdiger Meier für dieses schöne Foto.