OJK 2017

BERICHTE UND FOTOS VOM FREITAG 19. MAI

Bibelarbeit

Pastor Van Jollie

Van Jollie machte in seinem Grußwort an seiner eigenen Person recht humorvoll deutlich, dass fremd sein unterschiedlich erlebt wird. Wenn er gefragt wird, ob er Heimweh habe nach seiner amerikanischen Heimat, so kann er nur auf die Beziehungen verweisen, die er hier in Deutschland hat, während ihm sein Heimatort in der Nähe von Chicago fremd geworden ist. Als Beauftragter für internationale und Migrantengemeinden der NJK erwähnte er Situationen, wo eine kleine deutsche Gemeinde zu Gast bei einer großen ghanaischen Gemeinde ist. Interessant war auch der Hinweis, dass er bei seiner ersten Dienstzuweisung in Norddakota auf eine Gemeinde traf, die deutschsprachige Gottesdienste feierte, obwohl keiner von ihnen in Deutschland geboren war - welch ein Licht wirft das auf die Erwartungen zur Übernahme einer deutschen Leitkultur in der gegenwärtigen politischen Diskussion! Die NJK wird sich in diesem Jahr auf einem Schiff in Bremerhaven treffen, mit dem Thema „Auf-Brechen“ sowohl an die Auswanderer nach Amerika erinnern, aber vor allem sich nach Gottes Erneuerung ausstrecken.

In der Bibelarbeit ging es um den Vers aus Hiob 40, 5 „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen, aber nun hat mein Auge dich gesehn.“ Van Jollie verglich die Kenntnisnahme von Konferenzberichten mit dem „Hörensagen“. Man kann durchaus leidenschaftlich über solche Berichte debattieren, aber deswegen sind wir doch nicht existentiell involviert. Hiob wurde ein Höchststand der Frömmigkeit bescheinigt, dennoch fehlte ihm offensichtlich die authentische Gotteserfahrung?!Für Hiob war die Lernerfahrung mit tiefem existentiellen Leid verbunden. Warum? Hiobs Thema ist uralt: Schlimmes passiert den Menschen - „It happens“. Mit aufmerksamer Betroffenheit folgte die Zuhörerschaft Van's persönlichen Erinnerungen: vor 20 Jahren war die Trauerfeier für seine Frau, ein Schock für ihn und für die Konferenz. Hatte er diesen Schock verdient? Seine Tochter mit Sicherheit nicht!  Insofern ist Van Hiob sehr verbunden, der leidenschaftlich für sein Recht gestritten hat und ja in gewisser Weise gegenüber seinen Freunden auch rehabilitiert wurde. Für sich selbst (und für uns) hört Van Gottes Reden ungefähr so: „Ich will ihn im Bund haben. Ich will ihn nicht den Satan senden, der ihn auf die Probe stellt, sondern den Christus. So kann er mit Hiob sagen: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“
(AWe)


Gelebte Vielfalt in Wort und Tat

Die Plenarsitzung eröffnete Bischof Harald Rückert mit einem Wort an die Delegierten.
"Wir sind gemeinsam Kirche", diesen vielzitierten Satz aus seiner Antrittsrede in Hamburg entfaltete er nochmaals für die Delegierten der OJK. Die Vielfalt unter uns mit unterschiedlichen Kulturen, Lebensentwürfen, Formen von Spiritualität und Sprache gelte es gemeinsam zu fördern und zu gestalten; das sei einerseits Stärke, aber auch herausfordernde Aufgabe unserer Kirche in Gegenwart und Zukunft.
Als zweites sei die Einheit der Christen als der notwendige Gegenpol zur gelebten und erlebten Vielfalt bedeutsam. Die Frage nach dem, was uns verbindet sei wichtiges Korrektiv zur Frage nach den Unterschieden.

Als drittes bräuchten wir eine neu justierte Balance zwischen Freiheit und Verbindlichkeit. Einander etwas zutrauen und dadurch Freiheit zu schenken, gleichzeitig aber verbindlich miteinander unterwegs zu sein, sei eine weitere herausfordernde Aufgabe in unseren Gemeinden.
Damit dies geschehen kann, bräuchte es viertens gegenseitiges Vertrauen und Loyalität der Menschen in unserer Kirche. Ehrliches Ringen und Streiten um die Sache, ohne einander zu verletzten, sondern im gegenseitigen Vertrauen um Wege zu ringen, sei fraglos eine der größten Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft.

Als Kirche sind wir (fünftens) gefordert, Neues zu wagen, Altes in Frage zu stellen und mutig beschwerlichen Ballast abzuwerfen. Allein um des Evangeliums willen müssten wir neue Wege einschlagen und dabei riskieren, auch mal Fehler zu machen.
Menschen in die Nachfolge rufen, dabei Neues wagen, ohne bewährtes zu beschädigen, geleitet allein von den Fragen: Was dient und befördert unseren Auftrag? Wo weht eine frische Brise des Heiligen Geistes und wo weht der Atem der Zukunft?  
Auf Gottes Zukunft mit uns können wir vertrauen.

Der Arbeitsteil der Sitzung begann mit dem Bericht der Jugenddelegierten, die wie schon in den vergangenen Jahren sehr konkrete Ideen und Vorschläge an die Delegierten formulierten, wie ein nachhaltiger Lebensstil innerhalb und außerhalb kirchlichen Lebens befördert werden kann.
Ebenso plädierten sie für mehr Generationengottesdienste in den Gemeinden, um Erfahrungsräume für Menschen ALLER Generationen zu eröffnen und so Teilhabe statt Teilnahme zu ermöglichen.
Die vielfältigen und bewegten Rückmeldungen aus dem Plenum unterstrichen die Wichtigkeit der benannten Themen.

Dominic Schmidt überbrachte ein Grußwort der SJK und ermutigte dazu, dem Fremdem WIRKLICH zu begegnen, dabei umdenken zu lernen und Horizonte zu erweitern. Er erzählte von eigenen Entdeckungen mit dem Fremdem in seiner Arbeit in der Jugendkirche in Karlsruhe und seinen ermutigenden Erfahrungen mit Gott in Fremdem.

Nach der Pause hörten wir den Bericht des Statistikers, der uns über den Entwicklungen der Kirchengliederzahlen und der finanziellen Situation innerhalb der OJK in Kenntnis setzte.

Ein schwitzerdüütscher Gruß von Bettina und Stefan Weller als Delegierte der Schweizer Konferenz schloss sich an; deren mitgebrachte proteinreichen Impulse zur nachhaltigen Ernährung (in Form von Grillen, Heuschrecken und Mehlwürmern) für Bischof Rückert sorgten dabei für Erheiterung unter den Zuhörern.

Jörg Herrmann moderierte zum Abschluss der Vormittagssitzung Rückfragen, Erfahrungen und Eindrücke der Exkursionen vom Donnerstagvormittag. Die Wortbeiträge illustrierten dabei die teils sehr tiefgründigen Erlebnisse an den sehr verschiedenen Exkursionsorten. Die Konferenz dankte in diesem Rahmen dem Vorbereitungskreis in Chemnitz für die aufwändige Vorbereitung des Vormittages.
(PWe)


Bischof Harald Rückert
Bischof Harald Rückert
Jugendvertreter Simon Kühlein und Benjamin Frank
Jugendvertreter Simon Kühlein und Benjamin Frank
Konferenzstatistiker Christian Weißbach
Konferenzstatistiker Christian Weißbach
"alte" Bekannte in der OJK: Bettina und Stefan Weller aus der JK Schweiz
"alte" Bekannte in der OJK: Bettina und Stefan Weller aus der JK Schweiz
alle Hauptamtlichen der OJK mit Bischof Harald Rückert (mitte)
alle Hauptamtlichen der OJK mit Bischof Harald Rückert (mitte)
Das "Making of": Aufstellen unter der Leitung von Volker Kiemle...
Das "Making of": Aufstellen unter der Leitung von Volker Kiemle
... und der Blick aus dem Fenster des Internetbüros
... und der Blick aus dem Fenster des Internetbüros
Und hier die Laiendelegierten
Und hier die Laiendelegierten

Du bist ja doch der Herr, auf den wir hoffen

Der Gedächtnisgottesdienst zur 50. Ostdeutschen Jährlichen Konferenz erinnerte wieder dankbar an den Dienst von im vergangenen Konferenzjahr verstorbenen Pastoren und Frauen von Pastoren. Familienangehörige und Weggefährten, Mitglieder der Konferenz und aus verschiedenen Gemeinden feierten diesen Gottesdienst, der von Pastor i.R. Harald Hunger geleitet wurde. Als Präludium erklang  "Jesus bleibet meine Freude" von Johann Sebastian Bach für Streichquartett.

"Ein wenig innezuhalten und zu gedenken, das ist in dieser Stunde unsere Aufgabe", meinte Pastor Hunger. Im anschließenden Gemeindelied sang bekennend die Gemeinde: "Leb ich, Gott, bist du bei mir, sterb ich, bleib ich auch bei dir; und im Leben und im Tod bin ich dein, du lieber Gott."

Diese Zuversicht erklang auch im Lied "Du bist ja doch der Herr, auf den wir hoffen" des gemischten Chores des Gemeindebezirks Chemnitz-Friedenskirche unter Leitung von Helmut Mädler und ebenso in der Lesung aus der Offenbarung des Johannes, Kap. 21: "...und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein... Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu..."

Pastor Hunger gedachte der verstorbenen Pastoren i.R. Harald Windsheimer, Johannes Schnabel,  Siegfried Hensel, Kurt Wilhelm und der verstorbenen Frauen von Pastoren Helga Härtel, Liesbeth Funk und Gertrud Baumgärtl. Für jeden wurde eine Kerze entzündet, auch zur Erinnerung, dass unser Leben endlich ist. Die genannten Lebensdaten und Orte ihres Wirkens konnten von ihrem zeugnishaften und segensreichen Dienst berichten.   

In seiner Predigt sagte Pastor i.R. Gerhard Förster, dass es ihm immer mehr bewusst wird, wie wichtig der Gedächtnisgottesdienst ist.

Wie ein nach oben weisender Pfeil, so Förster, ist der Predigttext aus dem Brief an die Hebräer: "Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir." Das irdische Hier und Jetzt ist nicht alles. Wir Menschen sind nur Durchreisende. Aber dieses Ziel der Lebensreise, die ewige Herrlichkeit bei Gott ist das Beste, was ein Mensch erreichen kann. Wer glaubt, wird selig werden. Suchen und finden beschreiben den Weg. Jesus aber hat "das Visum" zum Wohnraum bei Gott mit seinem Tod bereits bezahlt. Von ihm kommt Kraft und Tröstung.

Pastor Förster sprach am Ende seiner Predigt den Wunsch aus: Die Freude, der Glaube, der Trost und die Gewissheit mögen bei uns bleiben bis in alle Ewigkeit.

Die Gemeinde konnte diese Hoffnung zum ende des Gedächtnisgottesdienstes im Lied zum Ausruck bringen: "Tief liegt des Todes Schatten auf der Welt. Aber dein Glanz die Finsternis erhellt. Dein Lebenshauch bewegt das Totenfeld. Halleluja."
(SGe)


Streichquartett
Streichquartett
Pastor Harald Hunger
Pastor Harald Hunger
an der Orgel: Dorothee Mädler
an der Orgel: Dorothee Mädler
Gemischter Chor der Friedenskirche
Gemischter Chor der Friedenskirche
für die Heimgegangenen wurden Kerzen angezündet
für die Heimgegangenen wurden Kerzen angezündet
Pastor Gerhard Förster
Pastor Gerhard Förster

Ich begegne Dir

Musikalisch lag der Abend in den Händen von „Soli deo gloria“, der Band der gastgebenden Friedenskirche. Schon der Eingangstitel, „Ich begegne Dir“ ließ aufhorchen: voller Sound, tolle Stimmen und ein interessantes Trompetenarrangement gewannen die Ohren der Zuhörer. Schwungvoll begleitete die Band die Gemeindelieder und spielte zwei weitere Vortragsstücke. Aber zur vollen Form liefen die jungen Leute erst beim Postludium auf: „Jesus is the rock and he rolls my blues away“ (Jesus ist mein Fels und er rollt meine Trübsal weg) animierte die Besucher des Abends zum Mitklatschen und einem langen Applaus, der noch mit einer kleinen Zugabe belohnt wurde. Danke! Soli deo gloria!

Natürlich war der Abend kein Jugendkonzert, sondern eine öffentliche Konferenzsitzung. Bischof Harald Rückert hatte Losung und Lehrtext an den Anfang gestellt. Da hieß es (Matthäus 14,17-18) „Die Jünger sprachen zu Jesus: Wir haben hier nichts als fünf Brote und zwei Fische. Und er sprach: Bringt sie mir her!“ Wie oft haben die geehrten Jubilare (über 300 Dienstjahre standen vorn – kleines Rätsel!) und die beiden Pastoren, die in den Ruhestand verabschiedet wurden, durch das treue Einbringen ihrer begrenzten Gaben dem Segen Gottes die Türen geöffnet! Leider konnte Birgit Wolter, die aus der Ostdeutschen Konferenz aus persönlichen familiären Gründen verabschiedet wurde, wegen Krankheit nicht dabei sein, ebenso bei den Neuen Tobias Buschbeck wegen einer Prüfung. Ein Neuling musste allerdings nicht nach vorn gebeten werden: Bischof Rückert bekam gute Wünsche von den Gastgebern, dazu einen tollen Blumenstrauß, den seine Frau in Empfang nahm, sowie einen Bildband von Chemnitz. Den Wunsch der Chemnitzer, dass der Bischof vielleicht auch mal die schönen Seiten von Chemnitz noch erkunden möge beantwortete er mit einer klaren Ansage: „Ich bin dann morgen früh mal weg“. Überhaupt war es eine lockere Atmosphäre, die nach der Anspannung der Geschäftssitzungen gut tat. Da passte auch das Grußwort aus der Western Pennsylvania Conference durch Mary Garber dazu: Sie überreichte dem Bischof ein T-Shirt der Pittsburger Eishockey-Mannschaft. Für die Jubilare erzählte Siegfried Rex in „gut gefüllten 3 Minuten“ ein paar Anekdoten aus seinem Dienst. So hatte eine Mehlstaub-Allergie einen Berufswechsel für den Bäckergesellen nötig gemacht und eine Predigt in Frankfurt/Oder mit der Frage „Wer will unser Bote sein?“ wies den Weg ins Predigtamt.
(AWe)


Posaunenchor der Friedenskirche
Posaunenchor der Friedenskirche
Blick in die fast vollbesetzte Friedenskirche
Blick in die fast vollbesetzte Friedenskirche
Bischof Harald Rückert leitete den Abend der Begegnung
Bischof Harald Rückert leitete den Abend der Begegnung
Mary Garber überbrachte Grüße der Western Pennsylvania Conference...
Mary Garber überbrachte Grüße der Western Pennsylvania Conference...
... und hatte Mitbringsel ...
... und hatte Mitbringsel ...
... für den Bischof im Gepäck
... für den Bischof im Gepäck
Die Band der Friedenskirche ...
Die Band der Friedenskirche ...
... Soli Deo Gloria ...
... Soli Deo Gloria ...
... brachte die Gemeinde schwungvoll ...
... brachte die Gemeinde schwungvoll ...
... durch den Abend
... durch den Abend
Die Jubilare des Abends
Die Jubilare des Abends
70 Dienstjahre: Pastor Horst Martin
70 Dienstjahre: Pastor Horst Martin
60 Dienstjahre: Bischof Rüdiger Minor mit Frau
60 Dienstjahre: Bischof Rüdiger Minor mit Frau
60 Dienstjahre: Pastor Siegfried Rex mit Frau
60 Dienstjahre: Pastor Siegfried Rex mit Frau
60 Dienstjahre: Pastor Ernst Beier
60 Dienstjahre: Pastor Ernst Beier
40 Dienstjahre: Pastor Joachim Schmiedel und Frau
40 Dienstjahre: Pastor Joachim Schmiedel und Frau
Die Ruheständler
Die Ruheständler
Pastor Klaus Leibe und Frau
Pastor Klaus Leibe und Frau
Pastor Christoph Martin
Pastor Christoph Martin
Als "Neue" wurden begrüßt...
Als "Neue" wurden begrüßt...
Pastor Michael Kropff, der am Sonntag ordiniert wird...
Pastor Michael Kropff, der am Sonntag ordiniert wird...
... Pastorinnen aus Probe Marie-Theres Ringeis (l.) und Christine Meyer-Seiffert...
... Pastorinnen aus Probe Marie-Theres Ringeis (l.) und Christine Meyer-Seiffert...
... Mitarbeiter im Gemeindedienst David Melle.
... Mitarbeiter im Gemeindedienst David Melle.
Auch Bischof Harald Rückert mit seiner Frau wurden besonders in der OJK willkommen geheißen.
Auch Bischof Harald Rückert mit seiner Frau wurden besonders in der OJK willkommen geheißen.