OJK 2017

BERICHTE UND FOTOS VOM DONNERSTAG 18. MAI

Gott ist schon längst da – gerade in der Fremde

Konferenzmitglieder erobern Chemnitz

Das Konferenzthema „Der Herr ist an diesem Ort und ich wusste es nicht: In Fremdem Gott erfahren“ führte am zweiten Sitzungstag alle Konferenzmitglieder raus aus dem gewohnten Tagungsgeschehen. Das traditionelle theologische Referat wurde in diesem Jahr ersetzt. Stattdessen suchten die Teilnehmenden Orte auf, die ihnen eher fremd sind. Insgesamt 18 Gruppen machten sich auf den Weg und eroberten Chemnitz. Vielleicht waren viele Orte dabei, die selbst den Chemnitzern nicht sonderlich vertraut sind.

Zielpunkte waren unter anderem die Wohnungslosenhilfe der Stadtmission, die Justizvollzugsanstalt, das Technische Hilfswerk, die Jüdische Gemeinde, der Islamische Kulturverein, eine Kontaktstelle für Prostituierte, das Gehörlosenzentrum, der Chemnitzer Sitz eines internationalen Konzerns, die Bahnhofsmission, die Rettungswache, eine Werbeagentur, ein Stadtteilzentrum und die AG In-und Ausländer. Die Erfahrung des Fremden wurde dadurch verstärkt, dass sich die Teilnehmenden ihre jeweiligen Zielorte nicht aussuchen konnten.

Natürlich wurde schnell erkennbar und war mitunter aus sehr gutem Gründen vorauszusetzen, dass Gott an den jeweiligen Orten gegenwärtig ist. Dennoch wurde das Fremde wahrgenommen. Sich bewusst zu machen, dass Gott gegenwärtig ist, verändert aber den Blick und den Umgang mit dem Fremden und den Menschen in ihrer besonderen Situation.

Für eine der Gruppen war der Besuch einer Anlaufstelle für Chemnitzer Prostituierte besonders eindrücklich. Die Initiative einer Frau, die selbst über Jahre ihren Körper verkauft hatte und durch den Glauben an Jesus Christus ihr Leben neu beginnen konnte, führte den Besuchern ein dunkles und oft verschwiegenes Kapitel unserer Gesellschaft vor Augen. Die Prostitution, nicht selten unter Zwang, führt Menschen in Abgründe. Dass eine Anlaufstelle Raum bietet, über die eigene Not, die Angst und eine trostlose Situation zu reden und dabei glaubwürdig von guten Erfahrungen mit Jesus Christus zu hören, wurde Mut machend erlebt. Fernab von moralischer Verurteilung wird den Menschen eine Oase der Liebe mitten in den Niederungen unserer Gesellschaft angeboten.

Zum Abschluss der Exkursionen sammelten und teilten die Konferenzmitgliedern ihre Erfahrungen mittels insgesamt 18 Schreibgesprächen. Die Ergebnisse wurden zusammengestellt und bilden in diesem Jahr des Manuskript des theologischen Referats.
(SR)


unterwegs
unterwegs
unterwegs
unterwegs
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
beim Schreibgespräch nach der Exkursion
Volker Kiemle beim Interview mit Pastor Andreas Hertig
Volker Kiemle beim Interview mit Pastor Andreas Hertig
Volker Kiemle beim Interview mit Mandy Merkel
Volker Kiemle beim Interview mit Mandy Merkel
Volker Kiemle beim Interview mit David Morgenroth
Volker Kiemle beim Interview mit David Morgenroth
Volker Kiemle beim Interview mit Kate Harris
Volker Kiemle beim Interview mit Kate Harris
in der Pause
in der Pause
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche
Pausengespräche

Plenarsitzung am Nachmittag

Die Nachmittag-Plenarsitzung begann mit einem freundlichen, überraschend kurzen Grußwort von Frau Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig, in der sie den heutigen Vormittag der Konferenzmitglieder zusammenfasste.
Vielen Dank, wir sind gern in Chemnitz!

Programmpunkte waren:

- Der Bericht des Konferenzverwaltungsrates. Gesprächsbedarf gab es nur zur Neugestaltung der zukünftigen Jährlichen Konferenzen.

- Der Bericht des Verbindungsausschusses zur Western Pennsylvania Konferenz in den USA.

- Der Bericht der Superintendenten. Ihnen ging es hauptsächlich darum, dass für die Laienmitglieder die Arbeit der Superintendenten transparent wird. Die aus dem Bericht herauslesbare Wertschätzung der Arbeit der Pastoren und Hauptamtlichen wird dankbar zur Kenntnis genommen.

- Ein Gruß- und Dankwort von Dr. Lothar Elsner für die gute Zusammenarbeit der Gemeinden mit der Bethanien-Diakonissen-Stiftung.

- Die Berichte von Vorschlagsausschuss, den Ausschüssen für Kirchenordnung und Rechtsfragen, für Mission und internationale Zusammenarbeit sowie dem Ausschuss für Kircheneigentum und Bauangelegenheiten.

- Es folgten Wahlen zur Verfassungsänderung der weltweiten Gesamtkirche, der Bericht des Ausschusses für Evangelisation und Neulandmission sowie der Bericht des Beauftragten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung.

Es gab wenig Gesprächsbedarf, was die Konferenzgeschäfte gut voran brachte.
(GHi)


Besprechung im Waggon
Besprechung im Waggon
Blick ins Plenum
Blick ins Plenum
OB Barbara Ludwig beim Grußwort
OB Barbara Ludwig beim Grußwort
die beiden Superintendenten
die beiden Superintendenten
Pastor Olf Tunger
Pastor Olf Tunger
Pastorin Franziska Demmler
Pastorin Franziska Demmler
Pastorin Dagmar Köhring von radio m
Pastorin Dagmar Köhring von radio m
Pastor Hans Martin Renno
Pastor Hans Martin Renno

Ein heißes Thema an einem heißen Abend

Die Konferenz ist zügig unterwegs. Mit der Behandlung der Geschäftsberichte geht es durch konstruktives Arbeiten gut voran. Für die donnerstägliche Abendsitzung ist der Bericht der Kommission für finanzielle Angelegenheiten aufgerufen.

Der Vorsitzende, Frank Eibisch, führt durch den Bericht. Der Jahresabschluss 2016 weist einen positiven Wert aus. Der Konferenzschatzmeister erläutert. Es ergeht ein herzlicher Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass dieser Abschluss positiv ausfiel. Dazu gehören die Gemeinden mit ihren Beiträgen, aber auch die Finanzhilfe der anderen Jährlichen Konferenzen in Deutschland. Aber auch das noch unter der ZK- Tabelle liegende Gehalt der Pastoren/Pastorinnen, das jetzt bei 90% der Tabelle liegt.

Fast alle Gemeindebezirke kommen pünktlich ihren finanziellen Verpflichtungen nach.

Die Konferenz dankt mit Applaus den beiden Verwaltern der KBK aus Hamburg, Claudia und Ullrich Schempp sowie allen, die verantwortungsvoll mit der Verwaltung der finanziellen Mittel beschäftigt sind.

Eine künftige Verschmelzung der beiden Kommissionen Bau und Finanzen zu einer Kommission soll geprüft und vorbereitet werden. 

In einer eindrucksvollen Präsentation erläutert Stephan Ringeis die Entwicklung von Personalkosten und Einnahmenbedarf für die nächsten fünfzehn Jahre. Damit werden die Aufgaben beschrieben, die in den verschiedenen Gremien und in den Gemeinden diskutiert werden müssen.
Eine hervorragende Grundlage für das Arbeiten, damit auch in Zukunft unsere Kirche gut aufgestellt ist.

Mit dem Abendgebet durch die Jugendvertreter endet gegen 21 Uhr ein langer, anstrengender Sitzungstag an einem heißen vorsommerlichen Tag.
(JB)