Tagesbericht vom Sonntag

Ordinationsgottesdienst

Ordination

Zwar wurde alles, was an Sitzgelegenheiten greifbar war, genutzt, aber auch das war nicht genug, um die herbeiströmenden Menschen aufzunehmen. Wohl 600 Menschen aus den umliegenden Gemeinden und aus dem ganzen Konferenzgebiet fanden dann doch irgendwo in der Auferstehungskirche Platz und feierten unter der Leitung von Superintendent Wolfgang Ruhnow einen festlichen Gottesdienst. Entsprechend kräftig war der Gesang, der von Eckhard Thoß an der Orgel begleitet wurde. In ihrer Predigt zu Johannes 17,17-19 nahm Bischöfin Rosemarie Wenner das Konferenzthema auf und betonte, dass die ganze Konferenz die Frage bewegte, wie das möglich ist, dass Christus uns prägt. Dafür empfahl sie nach einem Wort von John Wesley von der „Schönheit der Heiligung” allen, sich diese „Schönheitskur für den inneren Menschen” gefallen zu lassen. Die Heiligung ist Gottes Werk an uns. Darum, so Bischöfin Wenner, können wir zupacken und eine „Spiritualität der schmutzigen Fingernägel” pflegen, uns einmischen und uns ganz selbst riskieren.

Sebastian Meisel, Pastor in Netzschkau, wurde im Gottesdienst ordiniert und so öffentlich in den Dienst in Kirche und für die Welt eingeführt. Die Fragen dazu beantwortete Sebastian Meisel klar und deutlich. Dann wurde er für seinen Dienst gesegnet.
(ESö)

Für Groß und Klein - KiKO

Schon eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes zur Kinderkonferenz konnten es die ersten Besucher schon nicht mehr erwarten und suchten im Zelt nach einem Platz. Um 10.30 Uhr, als schon die Wände des Zeltes abgehängt werden mussten, startete die KiKo mit gemeinsamen Singen, zu dem ein Singkreis aus Kindern und Erwachsenen der Region um Ellefeld einlud. Durch den thematischen Rahmen der Kinderkonferenz führte Clown Suse, die in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Kinder und Erwachsenen auf sich lenken konnte. Auf der Suche nach jemanden, der sie liebt, erfuhren die Kinder, dass Gott sich nicht nur einzelnen Personen zuwendet, sondern dass er jeden Menschen in sein Herz geschlossen hat. Mit dieser frohen Botschaft starteten dann die Kinder und Erwachsenen in einen wunderbar warmen und erlebnisreichen Tag. Das Gelände rund um die Grundschule in Ellefeld wurde innerhalb kürzester Zeit von den vielen Besuchern belagert. Es gab überall viel zu entdecken. Zwischen Streichelzoo, Bastelstraße, Elterncafé und viel Bewegungsspielen konnten alle Besucher einen guten Tag in entspannter und freundlicher Atmosphäre erleben. Gegen 14.30 Uhr sammelten sich alle noch einmal im KiKo-Zelt, um Stephan Gerisch für seine Arbeit als Kindergottesdienstsekretär zu danken und seine Nachfolgerin, Mandy Goldhahn, zu begrüßen. Der lange Zug aus Kindern und ihren Begleitern zog zum Abschluss in den Sendungsgottesdienst in der Auferstehungskirche ein, so dass alle Generationen gemeinsam in ein neues Konferenzjahr aufbrechen konnten.
(VLa)

Sendungsgottesdienst in der Auferstehungskirche

Zum ersten Sendungsgottesdienst fand man den Garten der Auferstehungskirche voller Menschen. Jedoch waren es nicht der herrliche Sonnenschein und die angenehm frische Luft, die zahlreiche Mitfeiernde des Gottesdienstes ins freie drängte. Bereits eine Stunde vor Beginn waren nahezu alle Plätze in der Kirche besetzt. Wieder waren alle zusätzlich geschaffenen Sitzmöglichkeiten lange nicht ausreichend. Doch die Ellefelder hatten das wohl schon geahnt und für eine akustische Übertragung des Gottesdienstes in die Gemeinderäume und nach draußen gesorgt.
„Heilig bist du, Gott, und treu” sang die große Konferenzgemeinde am Beginn. Aus diesem Lied von Charles Wesley stammt das Thema der diesjährigen Konferenz: „Präge Christi Bild mir ein.” So wurde dies auch hier zum Grundton. Der gemeinsame Bläserchor des Vogtlandkonventes hatte den Gottesdienst zuvor mit der Overture aus Georg Friedrich Händels „Music for the Royal Fireworks” eröffnet.
Superintendent Friedbert Fröhlich (Dresden), der den Gottesdienst leitete, sprach den Konferenzmitgliedern aus dem Herzen als er meinte, nach einer anstrengenden aber wunderschönen Tagung ist die Konferenz nun endlich und auch leider schon vorbei. Er verlas die Dankesworte an die gastgebende Gemeinde und alle Helferinnen und Helfer, die die Konferenz am Freitag offiziell angenommen hatte. Die Gemeinde bekräftigte diesen Dank mit lang anhaltendem Beifall.
„Herr, Gott, dich loben wir” von Johann Sebastian Bach brachte der Sängerkreis Auerbach mit seinen Musikern zum Klingen. Geleitet wurde er dabei von Angela Lötzsch.
Mit einer persönlichen Geschichte über erfahrene Prägung aus seinen Kindertagen eröffnete Pastor Stephan Ringeis (Zwickau) seine Predigt zu 1. Korintherbrief 4, Verse 16 und 20. Er hob hervor, dass wir alle von Müttern und Vätern im Glauben geprägt sind. Der Glaube lasse sich überhaupt nur in der persönlichen Beziehung weitergeben. Denn wir sind ja auch nicht von etwas, sondern von Christus geprägt, auch das in persönlicher Beziehung.
Dies nahm Bischöfin Rosemarie Wenner auf, als sie in ihrem Sendungswort auf Johannes 17, 18 Bezug nahm: „Christus sendet uns in die Welt, so wie er in die Welt gesendet ist.” „So sind wir”, unterstrich die Bischöfin, bevor sie schließlich die Liste der neuen Dienstzuweisungen verlas, „nicht zueinander, sondern miteinander in die Welt gesendet.”

die übervolle Kirche

Wenn in der überfüllten Auferstehungskirche bis dahin jemand zu wissen meinte, was Enge bedeutet, der wurde mit dem Einzug der Kinderkonferenz (KiKo) in den Gottesdienst eines Besseren belehrt. Zwar war nur eine kleine „Abordnung” der KiKo gekommen, um der Konferenz mit einem Lied und der Botschaft „ich liebe dich” einen Gruß auszurichten, doch nun war endgültig keine Lücke mehr in der Kirche zu finden. Rote Luftballons in Herzform und schließlich auch Plätzchen ließen die überschwängliche Liebe Gottes erlebbar werden.

Wie schon vor dem Gottesdienst konnte man auch danach zwischen dem fröhlich, spielerischen Trubel der KiKo in und um die Ellefelder Grundschule, über die Lutherkirche bis zur umlagerten Auferstehungskirche viele Menschen beim freudigen Wiedersehen, bei Begegnungen, freundlichen Worten und herzlichen Segenswünschen füreinander erleben.
(ESö)

2. Sendungsgottesdienst in der Lutherkirche

War es in der Auferstehungskirche kaum noch möglich, einen Platz zu finden, so ließen die Bänke in der Lutherkirche noch etliche Lücken, in welche man sich, in angenehm kühler Luft, hätte setzen können. (Das Besucherverhältnis war nach Angaben des Konferenz„vaters” Norbert Lötzsch 7 zu 1!) Der zeitlich leicht nach hinten versetzte, zweite Sendungsgottesdienst in der Lutherkirche wurde geprägt durch den Bläserkreis des BCPD unter der kundigen Leitung von Verbandsposaunenwart Stefan Wendrock, der im ersten Teil mit „Heilig, Heilig, Heilig” von Franz Schubert zu Anbetung sowie mit einer Choralmeditation zu „Wer nur den lieben Gott lässt walten” zu Treue und freudiger Gelassenheit einludt.

Pastorin Birgit Klement
Pastorin Birgit Klement

Die Predigt von Pastorin Birgit Klement erinnerte an persönlich erlebte Vorbilder im Glauben. Aus eigener Erfahrung berichtete sie aus ihrer Jugendzeit, in welcher der früh verstorbene Pastor Wolfgang Höbler für sie zum ansteckenden Christusverkündiger wurde. Mit der Frage: „Wer oder was hat uns geprägt” lud die Predigerin dazu ein, eigene Erfahrungen dankbar wahrzunehmen. Wenn Paulus im Predigttext (1. Korinther 4, 16+20) sich selbst der Gemeinde als Vorbild anbietet, so führte sie aus, dann unter der Voraussetzung: „Folgt meinem Beispiel, weil mich Christus geprägt hat.” „Wir sind geprägt und werden andere prägen - ob uns das bewusst ist oder nicht”, war ihr Resümee, und sie ermunterte, sich dieser Tatsache ohne falsche Bescheidenheit zu stellen, denn, so der Predigttext (Vers 20): „Das Reich Gottes erweist sich in Kraft.”
Nicht einmal auf die Anteilnahme an der Kinderkonferenz musste die Gemeinde verzichten. Wenn auch nur wenige Kinder hereinkamen, so trauten sie sich doch mutig nach vorn und hätten wohl auch der Bischöfin selbstgepflückte Blumen geschenkt - aber Rosemarie Wenner wollte ihnen die Freude an den Sträußen nicht nehmen.
Nach dem Verlesen der Dienstzuweisungsliste forderte die Bischöfin auf: „Wir alle setzen unsere Namen hinter die Bezirksnamen - wir alle sind gesandt. Keine Angst! Gott setze uns zum Segen an den Orten, wo wir sind.”
Die „Festliche Bläsermusik” von Manfred Weiß war ein Ohrenschmaus (ich persönlich habe nur unter Stefan Wendrocks Leitung solche Dynamik bei Bläsern erlebt!), und spontanen Applaus ließ sich die Gemeinde nicht nehmen, nachdem mit „Ich tanzte im Himmel, als die Welt begann”, von Dieter Kanzleiter auf einen schottisch anmutenden Marsch mit Trommelrhythmen gesetzt, der Gottesdienst zu Ende ging und einen „Rausschmeißer” ins neue Konferenzjahr bildete.
(JöHe)

Die 43. Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz findet vom 26. bis 30. Mai 2010 in der Kreuzkirche Leipzig statt.