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Zwickau - traditionsreicher Konferenzort

     1987

Zwei Jahre vor der Wende

Die Jährliche Konferenz vom 20. bis 24. Mai war die erste unter Vorsitz von Bischof Dr. Rüdiger Minor, der im Jahr zuvor in dieses Amt gewählt worden war.

Zu den Gästen der Konferenz gehörten Dr. Randolph Nugent, Generalsekretär der Behörde für weltweite Dienste der Evangelisch-methodistischen Kirche, ein farbiger Methodist aus den USA, Pastor Rodrigues Uilissone vom Nationalen Christenrat Mocambiques, der sich gerade zu einem postgradualen Studium in der DDR aufhielt, und Superintendent Hans-Albert Steeger aus Essen.

Die Predigt im Eröffnungsgottesdienst hielt Dr. Nugent. Er hielt sie in Deutsch. In seiner Predigt bat er auch, für die Kirche in den USA zu beten, um ihr zu helfen - wie er es sagte: - "in dem Bemühen, die Wahrheit zu offenbaren gegenüber so vielen Falschheiten und Lügen, die die Poli¬tik meines Landes in letzter Zeit so fehlgeleitet und zu so großem Leid in der Welt geführt haben." Wesley habe sich gegen ein "engstirniges, elitäres und exklusives" Verständnis von Gemeinde gewandt, betonte Dr. Nugent weiter. Für Wesley sei "die Welt ein globales Dorf" gewesen. Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche sei inspiriert von der "Vision einer globalen Gemeinde, die die gesamte Menschheit umschließt." In diesem Geiste erfülle sie ihren Dienst auf fünf Kontinenten in 95 Ländern.

Hilfe für Mocambique

Pastor Rodrigues Uilissone dankte für die Unterstützung der  Evangelisch-methodistischen Kirche in der DDR bei der Ausstattung von zwei Krankenhäusern in seinem Land. Die Evangelisch-methodistische Kirche in der DDR beteiligte sich damit zum ersten Mal am Hilfsprogramm der Gesamtkirche, die auch anfragte, ob ein Arzt oder eine Ärztin von den evangelisch-methodistischen Gemeinden in der DDR nach Mocambique gesendet werden könnte. Eine Sammlung für Mocambique während der Jährlichen Konferenz erbrachte den Betrag von 10000 Mark, davon wurden im Jugendgottesdienst 6 500 Mark gesammelt.

Superintendent Hans-Albert Steeger predigte im Sendungsgottesdienst in der evangelisch-lutherischen Moritzkirche. Er rief der Gemeinde zu: "Laßt uns nicht aufhören, die Erfahrungen des Glaubens untereinander zu teilen, Gottes Taten uns immer wieder zu vergegenwärtigen. Das ist es, worauf es letzten Endes ankommt: Gottes Gegenwart uns heute bewußt halten im Alltag unseres Lebens und unserer Welt!"

Stimmen von außen

In der Grußstunde der Konferenz sprach auch Dr. Wilke vom Staatssekretariat für Kirchenfragen. Er sprach von der jetzt bestehenden "historischen Chance", "einen Friedensweg mit Chancengleichheit" zu gehen, sagte er.

Der stellvertretende Vorsitzende der Ost-CDU, Wolfgang Heyl, hob den Hirtenbrief der methodistischen Bischöfe zu Frieden und Gerechtigkeit hervor und betonte: "In dieser Verantwortung gibt es eine breite Gemeinsamkeit zwischen Christen und Menschen anderer Überzeugung."

Bei der Durchführung der Konferenz erhielt die gastgebende Gemeinde wirksame ökumenische Hilfe. Für Parallelgottesdienst wurde die evangelisch-lutherische St. Moritzkirche und für Sitzungen der Kirchsaal der Herrnhuter Brüdergemeine zur Verfügung gestellt.

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