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Zwickau - traditionsreicher Konferenzort

     1978

Erstmals Bericht zur kirchlichen Lage

Die Jährliche Konferenz tagte vom 24. bis 28. Mai. Der Eröffnungsgottesdienst fand an einem historischen Abend statt: Genau 240 Jahre zuvor, am Abend des 24. Mai 1738, hatte John Wesley zur Heilsgewissheit gefunden.

Die Jährliche Konferenz erlebten 25 Gäste aus sieben methodistischen Kirchen Europas mit: Großbritannien, Schweden, VR Polen, VR Ungarn, CSSR, Osterreich, Schweiz, selbstverständlich auch aus Westdeutschland. Die Gruppe der Methodistischen Kirche in Großbritannien zählte acht Delegierte.

Erstmals wurde ein "Bericht des Kirchenvorstandes zur kirchlichen Lage" gegeben. Er ging auch auf die verschiedenen Frömmigkeitshaltungen in der Kirche ein: "Der Begriff Pluralität beschreibt wohl ein Problem unserer Kirche, jedoch sig¬nalisiert er keinen katastrophalen Zustand. Wir brauchen den von Liebe und Geduld, von Demut und Aufrichtig¬keit geprägten Dialog. Polemik zerstört die Gemeinschaft."

Am Versetzungssystem festhalten

Nachdrücklich wird sich im Bericht für das Versetzungsprinzip bei Pastoren ausgesprochen: "Nach der Ordnung der Kirche erhält der Pastor eine Dienstzuweisung jeweils für ein Jahr. In der Regel wird diese Dienstzuweisung mehrere Jahre hintereinander für denselben Gemeindebezirk ausgesprochen. Aber nach einer Reihe von Jahren wird eine Versetzung angestrebt. Mit einer Versetzung können Probleme und Spannungen verbunden sein, die vom Pastor, seiner Familie und auch von der Gemeinde durchgestanden werden müssen. Dennoch halten wir am Versetzungsprinzip fest, weil der zeitlich begrenzte Dienst in einer Gemeinde sich von jeher segensreich ausgewirkt hat und die verschiedenen Gaben der Pastoren so am besten zum Einsatz kommen."

Zu ökumenischen Kontakten hieß es: "Je intensiver wir jedoch die Verbindung zu den anderen Kirchen in unserem Land suchen, um so mehr sollten wir uns unserem methodistischen Erbe verpflichtet wissen. Denn des öfteren kann man den Eindruck haben, daß andere dieses Erbe mehr schätzen gelernt haben, als wir es selbst tun."

In einem weiteren Teil des Berichts wurde auf das Verhältnis von Staat und Kirche eingegangen: "Es ist Gottes Wille, daß wir da, wo Gott uns unseren Platz gegeben hat, in seiner Kraft seine Zeugen sind. Dies bedeutet, auch den Dialog mit den Marxisten bewußt zu bejahen, ihn undoktrinär und doch in froher Glaubensgewissheit zu führen und diese Haltung in der Bereitschaft zu hilfreicher Kooperation unter Beweis zu stellen, statt sich distanzierender Separation zu befleißigen."

Thema der Konferenz war auch die Einführung des Faches Wehrunterricht an den Allgemeinbildenden Oberschulen. Die Konferenz sprach sich u.a. dafür aus, in Gesprächen mit den anderen Kirchen "zu einer im Evangelium begründeten Haltung zu finden."

Teilnahme der Kinder am Abendmahl

In einem Wort an die Gemeinden wurde auf die Teilnahme von Kindern am Abendmahl hingewiesen. Mehr als bisher sollte Kindern in der Gemeinde Gelegenheit gegeben werden, es mitzufeiern. Weder Taufe noch Einsegnung oder Aufnahme in die Kirche seien Voraussetzungen für die Teilnahme am Herrenmahl. Es wurde empfohlen, Mahlfeiern im Familiengottesdienst einzuplanen. Der ersten Teilnahme am Herrenmahl habe jedoch eine eingehende und altersgerechte Sakramentsunterweisung der Kinder vorauszugehen. Kriterium für die Teilnahme von Kindern sollte aber nicht ein bestimmtes Alter, sondern das persönliche Verlangen des Kindes sein. Für die Hinführung komme nicht nur dem Pastor, sondern auch den Eltern eine hohe Verantwortung zu. Den Eltern müsse für ihre Aufgabe seitens der Kirche Hilfe angeboten werden.

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