Homepage | Impressum | Kontakt

Der Konvent Schwarzenberg lädt ein

Kirchenfenster

WER SAGT DIR, MENSCH, WAS GUT IST?

»Er greift nach dem Tuch, füllt die Schüssel mit Wasser. Was soll das werden?
Dann kniet er vor mir, wischt mir behutsam den Staub von den Füßen. Ich lasse ihn, verblüfft wie ich bin. Er trocknet meine Füße mit dem Leinentuch, das er um hat.«

In den alltäglichen, schmutzigen Aufgaben sehen wir Jesus willig im Einsatz, bei den stinkenden Schweißfüßen. Und das tut er allen zwölf Jüngern bei einem familiären, schlichten, spontanen Abendessen. So innig war Jesu Gemeinschaft mit seinen Jüngern.

Eine Atmosphäre des Vertrauens und des Friedens herrscht hier vor. Jesus wird auch Judas die Füße waschen, demütig und voll Zartgefühl vor ihm niederknien. Ein tragisches Geschehen: Der Güte Jesu steht die Grausamkeit, die Härte, die Verschlossenheit des Menschen gegenüber. In dieser Szene ist die Wirklichkeit menschlichen Lebens ausgedrückt: Liebe, Offenheit und Aufmerksamkeit für den anderen stehen Härte und Verschlossenheit gegenüber. Aber Jesus weiß, dass er der Herr der Geschichte ist. So wäscht er seinen Jüngern die Füße, weil er seine Herkunft und sein Ziel kennt, seine Verantwortung und seine Sendung. Das ist der Unterschied zu uns. Wir meinen, herrschen zu müssen, um Herr der Geschichte zu sein. Jesus ist Herr durchs Dienen. Er ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse. Sich dienen lassen heißt: Macht haben und ausüben. Den Mächtigen sind die Übrigen zu Diensten.

Er aber, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, stellt den Lauf der Welt auf den Kopf. Er ist gekommen, dass er diene. Fasse, wer es fassen kann: Wir haben einen dienenden Gott! Darin liegt eine unüberhörbare Botschaft: Das Wesen derer, die wirklich groß sind, besteht darin, dass sie dienen. Das streicht all unsere Bilder von Herrschen und Leiten und Größe durch. Und darin liegt das Atemberaubende: Hier ist ein Gott, der mich so  anrührt, wie ich gar nicht drauf gefasst bin.

Erstmals findet eine Jährliche Konferenz in Schwarzenberg statt, verantwortet durch einen Konvent. Wir freuen uns darauf, Ihnen für einige Tage dienen zu dürfen. Seien Sie uns herzlich willkommen.

Im Namen des Konventes Schwarzenberg
Pastor Harald Hunger
Schwarzenberg im März 2008