Festschrift zum 125jährigen Jubiläum der Evangelisch-methodistischen Kirchgemeinde in Plauen

Gemeinsam auf dem Weg...

Die Jubiläen in unserer Kirche häufen sich. Immer wieder hört man jetzt, dass es Anlass gibt, sich an die Zeiten des Beginns und an die zurückgelegte Gemeindegeschichte zu erinnern. Die Anfänge methodistischer Arbeit liegen relativ dicht beieinander und geben damit Auskunft über die bewegte, lebendige "Gründerzeit". Wir wollen uns also mit unseren 125 Jahren Gemeindegeschichte einreihen in die Schar der "Gemeindejubilarinnen", gemeinsam mit den anderen sind wir unterwegs gewesen.
Jede Geschichte setzt sich aus vielen kleinen Geschichten zusammen: Episoden, Erinnerungen an Epochen und Menschen. Je größer der Zeitabschnitt des Erinnerns ist, desto mehr ist die Gefahr gegeben, die kleinen Geschichten zu vergessen. In der Erinnerung haben sich mehr die großen Linien eingegraben, die markanten Jahre, einschneidende oder herausragende Daten. Wir wissen und glauben als Christen, dass in allem Gott zu uns redet und seine Spuren zu finden sind. Zum Jubiläum wollen wir versuchen, auch die kleineren Geschichten auszugraben, uns an Menschen erinnern oder erinnern zu lassen, damit auch diese Wegspuren Gottes nicht in die Vergessenheit geraten. Denn wir waren gemeinsam unterwegs als Schwestern und Brüder einer Gemeinde und zugleich immer und überall begleitet, getröstet und getragen durch Gott. Darüber zu reden und sich auszutauschen lohnt, denn unser Glaube gründet mit auf diesen Erfahrungen.
"Gemeinsam auf dem Wege", das gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Schwestern und Brüdern der verschiedenen Kirchgemeinden unserer Stadt. Nicht immer war dies der einfachste Weg. Da gab es auch Verletzungen und Missverständnisse; aber es gab auch das andere, und das wächst zunehmend, nämlich ein belebendes und bereicherndes Miteinander, das die Unterschiede verblassen lässt. Wir brauchen einander, wir haben miteinander einen Auftrag für die Menschen unserer Stadt. Gemeinsam ringen wir um die richtigen Worte des e i n e n Evangeliums. Gemeinsam sind wir auf dem Weg!
Mit Hoffnung wollen wir unseren Weg weitergehen. Wird uns das gelingen? Wir erinnern uns derer, die mit uns zusammen gehen wollten und irgendwann resignierten, ihre Erwartungen nicht erfüllt sahen oder enttäuscht wurden. Sie sollten unsere Bitte hören, dass wir sie einladen um Christi willen zu seinem Weg mit uns. Mitunter etwas schüchtern und manchmal auch mutiger laden wir die ein, die dem Weg Jesu skeptisch gegenüberstehen. Wir wollen unseren Glauben nicht verbergen, denn die Erfahrungen mit Gott sind uns wichtig. Sie haben unser Leben reicher werden lassen. Freilich wird unser weiterer Weg uns nicht deshalb gelingen, weil wir tüchtig sind oder es zumindest denken. Gelingen wird er allein durch unser Vertrauen in den Herrn der Kirche, Jesus Christus. Er lädt ein, dass wir seine Gemeinschaft erfahren und uns von ihm prägen lassen. Dass er unsere Gemeinde auch zu einem "Werkzeug" nutzen konnte, zeigt die Erinnerung an die 125 Jahre Gemeindegeschichte. Vielleicht waren wir nicht immer das beste Werkzeug! Aber brauchen konnte er die Väter und Mütter, die Schwestern und Brüder, die Bläser und Sänger, die Diakonissen, die Kinder, die Jugend, die vielen Mitarbeiter ... und alle werden wir heute wieder gebraucht und morgen.
"Gemeinsam auf dem Weg" sind wir deshalb auch nach dem Jubiläum. Und das mit viel Hoffnung und Freude, mit Mut und Entschlossenheit, vielleicht sogar mit manchem Streit, der wegen des wahren Weges nötig sein könnte. Wir wollen es wagen, weil Gott mit uns ist.
Klaus Straka

Es begab sich aber ...

Am 10. Oktober 1870 ging im königlichen Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts in Dresden das Gesuch ein, in welchem 27 Plauener Bürgerinnen und Bürger darum baten, sich zum Zwecke der religiösen Erbauung nach Lehre und Form der bischöflichen Methodistenkirche regelmäßig ungestört versammeln zu dürfen. In ihrer Absicht liege es dabei nicht, aus der evangelischlutherischen Kirche, der sie angehören, auszuscheiden.
Doch die Genehmigung, eigene Gottesdienste abzuhalten, erteilte die Behörde erst drei Jahre später. Die ersten Plauener Methodisten, das 1867 aus Amerika in ihre rund 20000 Einwohner zählende Heimatstadt zurückgekehrte Ehepaar Schneider, hielten erbauliche Stunden im Familienkreis.

Erst 1869 gründete Frau Emilie Schneider, wie in der Landeskirche schon üblich, einen internen Jungfrauenverein: die Grundlage der Gemeinde. Frauen dominierten - von den 27 Unterzeichneten waren nur 5 Männer.
Der Kreis bekam im Frühjahr 1870 Besuch aus Elsterberg. Durch die Glaubensgeschwister erfuhren sie von der Mission in Walthersdorf, woraufhin sie Ostern und das Missionsfest zu Himmelfahrt dort mit der Gemeinde feierten. Der Gehilfe Carl Herrmann hielt zu Pfingsten desselben Jahres die erste Predigt in Plauen und von da an regelmäßig im Wechsel mit Prediger Friedrich Wunderlich von ihrer Station Walthersdorf aus.
Der erste feste Prediger Ferdinand Schmidt (1871-72), verantwortlich für Plauen, Reichenbach, Elsterberg und Umgebung, gab dem Werk eine methodistische Kirchenstruktur. Im Februar 1871 konstituierte sich die Sonntagsschulgesellschaft. "Da kein passender Bruder vorhanden war", lag die Leitung in Frauenhänden. 10 Lehrerinnen unterwiesen und erzogen mit nur schwacher männlicher Unterstützung über 50 Kinder. Dem Bibliothekar als einzigem Mann im Vorstand der Gesellschaft kam die Aufgabe zu, alle Schulbücher zu verwalten und eine Bibliothek einzurichten als Bildungschance für Kinder und Jugendliche. Im gleichen Jahr fanden sich Klassführer und Verwalter aus Plauen und Reichenbach erstmals zu einer Konferenz zusammen, die von da an vierteljährlich beriet, für Frauen aber noch jahrzehntelang tabu war. Später kam der Elsterberger Bezirk dazu.
Bis Ende 1873 ist Gustav Schneider regelmäßig als Verwalter, sogar als Hauptverwalter erwähnt. Von da an erlischt jeder Hinweis über ihn. Das Ehepaar hat sich der Legende nach wiederum für die Ausreise nach Amerika entschieden. Gründe dafür sind allerdings in keinem Dokument zu finden. Ebenso können wirtschaftliche Ursachen nicht einleuchten - die Plauener Industrie blühte, im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" dagegen begann die Krise. Das knapp 60jährige Paar war zudem geschätzt in der Gemeinde: er als Organisator und sie als Missionarin und Leiterin der Frauengruppe. Und genau in diese Zeit fällt auch die ersehnte staatliche Genehmigung, in Plauen Gottesdienste feiern zu dürfen.

Von Wohnzimmern, Wiesen und Kirchturmspitzen

Ins Wohnzimmer lud Familie Schneider, wohnhaft auf der Gartenstraße, ihre ersten Gäste ein, bis die Stube zu eng wurde und Gustavs Schwager Müller sein größeres Heim auf der Burgstraße zur Verfügung stellte. Wahrscheinlich 1871 bezog die Gemeinschaft den Saal Seminarstraße 26. Die Immobilie ging nach der zweiten und endgültigen Reise der Schneiders "über den großen Teich" in den Besitz von Prediger Wilhelm Seiz (1872-74), nach dessen Amtszeit in den des Bezirkes über.

In Wohnzimmern trafen sich wöchentlich die Klassen/Gemeindegruppen. Deren Leiter kamen jedes Quartal einmal zusammen und berichteten von den gespendeten Beträgen für Predigergehalt und Mission, wer krank ist und besucht werden will, finanzielle Unterstützung braucht, "unordentlich wandelt und sich nicht ermahnen lassen will sowie die Gnadenmittel mutwillig versäumt". So ist es dem Protokollbuch zu entnehmen. Sie berieten, welche Frauen und Männer nach ihrer Probezeit in volle Verbindung aufgenommen werden könnten, ob und wie die territorialen Gemeindegruppen verändert werden müssten, ob jemandem die Erlaubnis zum Ermahnen oder Predigen erteilt werden könne sowie über "vermischte Geschäfte". Als Maßstab aller Entscheidungen galten die vom Grün der des Methodismus, John Wesley, aufgestellten Allgemeinen Regeln". Bei einer dieser Versammlungen im Jahre 1875 beschloss das Gremium unter Leitung von Prediger Johann Renner (1874-76) erstmals einen Spendenaufruf speziell für Saal- (Local-) und Kirchenbau. Die daraufhin eingegangene Summe kam Plauen und Reichenbach, bis 1894 ein Bezirk mit gemeinsamem Prediger, in gleichen Teilen zugute. Die Prediger Hans Jakob Breiter (1876-79), Ernst Schmidt (1879-82), Wilhelm Seiz (1882-85) und Gustav Hempel (1885-89) kamen und gingen, ohne den Baugedanken in die Tat umgesetzt zu haben. 17 Jahre musste die Gemeinde warten und opfern, bis sie in der Amtszeit Carl H. Schaarschmidts (1889-95) das Gotteshaus Weststraße 1 (Ecke Reichsstraße) nach nur einjähriger Bauzeit einweihen konnte. Die Kirche wurde dringend gebraucht. Denn währenddessen sich die Stadtbevölkerung in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt hatte, war die Gemeinde um das Vierfache gewachsen. Etwa 100 Kinder besuchten die Sonntagsschule.
In der Dienstzeit von Prediger Ingwer Bendixen (1902-06), dem Nachfolger Engelbert Wunderlichs (1895-1902), mietete die Gemeinde 1904 einen Saal, Oelsnitzer Straße 86, der vier Jahre später in Nr. 74 Hinterhaus verlegt wurde. Nun konnten zusätzlich in der Südvorstadt Abendgottesdienste und Bibelstunden gehalten werden - jeweils 21.30 Uhr. Auch wurden Sonntagsschulklassen unterrichtet. Als die Amtshauptmannschaft Plauen sichtlich irritiert nachforschen ließ, ob denn die Gemeinde so groß sei und extra Räume notwendig seien, lud die Gemeinde per Annonce bereits in eine weitere Außenstation ein. Die 1908 in Haselbrunn gemieteten Zimmer, Langestraße 37, konnten bis 1913 aufrechterhalten werden. Beide Stadtteile waren zu dieser Zeit expandierende Neubaugebiete. In jenen Jahren wuchs die Gemeinde stetig. Plauen als reiche Industriestadt lockte von überallher Menschen ins Vogtland, von denen sich nicht wenige der Gemeinde anschlossen. Auch in umliegenden Dörfern und Kleinstädten fasste der Methodismus Fuß, so in Oberlosa, Adorf, Ruppertsgrün und Mechelgrün. Der Prediger konnte seine Arbeit nur mit Hilfe von Laien bewältigen, die ihm Predigtdienste und Bibelstunden abnahmen. Die Kirche bot auch nach einem Anbau nicht immer genügend Platz. Wieder kamen Gedanken an einen Neubau auf - als Kirche oder Gemeindehaus. Die 5800 m² zwischen Gustav-Adolf- und Dobenaustraße, an der Friedrich-Ebert-Brücke gelegen, schienen trotz der Hanglage optimal dafür geeignet zu sein.

Weitere 8 000 m² konnte die Gemeinde 1931 in Reinsdorf pachten. Dortiger Spielplatz mit Jugendheim und Brunnen wurde zum vielgeliebten Ausflugsund Freizeitziel für Sonntagsschule und andere Gruppen, die dort ihre Feste feierten. Auch der 1927 von Prediger Alfred Ringeis gegründete Jugendbund bezog häufig im zwischen Plauen und Oberlosa gelegenen Grundstück Quartier. Als infolge der Armut die Monatsbeiträge sanken, was im Gemeindehaushalt überall Sparmaßnahmen notwendig machte, gab die Gemeinde erst einen Teil des Geländes ab. 1937 folgte der Rest, "da uns doch für körperliche Betätigung keine Erlaubnis mehr gegeben ist", wie Prediger Kurt Martin (1936-58) das Aufgeben des Grundstückes begründete. Ab der Zeit beschnitt die NS-Regierung die Rechte der Kirchen immer stärker.

Von einem Kirchenneubau konnte Mitte der 30er Jahre keine Rede mehr sein. Käufer für das Grundstück Gustav-Adolf-Straße fanden sich nicht. Zu den zeitweiligen Nutzern gehörte neben einer Lebensmittelfirma, die ihre Verkaufsbude aufstellte, auch das Wehrbezirkskommando, dessen Absicht es war, zum Eigenbedarf Splitterschutzgräben sowie später einen Feuerlöschteich anzulegen. Dieser Vertrag war für die Kirche bis Kriegsende als unkündbar formuliert.

Am 5. April 1945 zerstörten anglo-amerikanische Bomben die Kirche total. Lediglich die Altarwand mit den goldenen Lettern "Gott ist die Liebe" blieb wie aus Trotz oder zum Hohn bis zum nächsten Luftangriff fünf Tage später stehen. Plauen war eine zu 75 % zerstörte Stadt.

Vorübergehend sammelte sich die Gemeinde in den Betsälen der Landeskirchlichen Gemeinschaften Beethoven- und Fabrikstraße. Außerdem konnten in der beschädigten Johanniskirche Gottesdienste und in der Feldstraße Sonntagsschule gehalten werden. Unter großen Mühen gelangen Kauf und Transport einer stabilen Baracke nach Plauen. Mit Aufstellung der Notkirche erwies das Brückengrundstück erstmals einen Nutzen. Familien bewirtschafteten die noch freien Flächen mit Gemüse. Seit den 50er Jahren bis zum Tausch 1988 gegen das Grundstück Dr.-Rudolf-Friedrichs-Ring 6, heute Stadtparkring, auf dem das Bethanienwerk sein Schwesternwohnheim in eine Ambulanz umbaute, lag es wiederum brach und bereitete nur Kosten und Ärger.

Mit der diakonischen Absicht, ein Altenheim einzurichten, kaufte die Gemeinde 1948 das Haus Reichsstraße 19. Trotz fertiger Pläne und Konzept konnte dies nicht durchgesetzt werden. Ebenso bot sich keine Möglichkeit, die Jenaer Straße 6 dementsprechend zu nutzen. Auch die Personalfrage blieb jeweils ungeklärt. Ein Mitte der 80er Jahre von der Gemeinde Cincinnati für ein "Altenpflegeheim Plauen" bereitgestellter Betrag ist durch einen Gegenantrag der Kirchenleitung für das Theologische Seminar in Bad Klosterlausnitz umgelenkt worden. Damit starb diese Idee endgültig.

Ende der 40er Jahre erwarb die kriegsgeschädigte Gemeinde die Grundstücke Gottschaldstraße 29 und Ziegelstraße 1-3. Das Weststraßengelände erachtete man als zu klein für einen Neubau. Gerüste und Säulen des als Konferenzkirche dimensionierten Gebäudes, gleich ihrer "Schwester" in Planitz von dem dort lebenden Architekten Zeuner projektiert, überragten schon bald nach der feierlichen Grundsteinlegung 1951 das sie umgebende Trümmerfeld und prägten weithin sichtbar das Stadtbild. Zwar bestand zum ersten Mal die Möglichkeit, einen Turm zu errichten, doch erschwerten die Auflagen der kommunalen Baubehörde betreffs dessen Höhe die Arbeiten und steigerten zudem die Kosten.

Dank vieler Spenden und ungezählter freiwilliger Arbeitseinsätze konnten auch ohne ausländische Hilfe 1952 Richtfest, 1953 Glocken- und 1954 Kirchenweihe gefeiert werden. Damit kam der achtjährige Baumarathon -bestehend aus Notkirche, Bethanienkrankenhaus und Erlöserkirche - zum Ziel. 1978 wurden die letzten Schuldscheine beglichen.

Harmonium und Posaunenchor

Methodistische Singefreudigkeit zeichnete auch die Plauener Gemeinde aus. Von Anfang an gehörte das Gesangbuch fest zur Bibel dazu.

Wann die erste Posaune erklang, lässt sich nicht mehr genau bestimmen. Doch ab 1928 gehörte der vor dem Kirchtor spielende Bläserchor schon zum Stadtbild. Gemeindeglieder erinnern sich, dass die Ehefrau von Prediger Ingwer Bendixen (1902-06) neben Schreibmaschinen- und Stenokursen Interessierten auch Harmoniumunterricht erteilte. Saitenspielchöre, Streicher, Männer- sowie gemischte Chöre, auch professionelle Solisten stimmten Lieder von Charles Wesley und Paul Gerhard an. Die Musik fand solchen Anklang, dass sich zu den vier jährlichen Gesangsgottesdiensten mehr Besucher in die Kirchenbänke drängten als sonntagvormittags.
Für große Konzerte mieteten sich die Musiker in den größten Sälen der Stadt ein - so zur Generalversammlung der "Sächsischen Vereinigung des christlichen Sängerbundes deutscher Zungen" 1914 im Pratersaal an der Dobenaustraße und 1919 zu einer "Geistlichen Gesangsaufführung" im Felsenschlösschen an der Meßbacher Straße.
Als SA und SS nach Hitlers Wahl zum Reichskanzler noch geschlossen den Marsch in die Kirchen antreten mussten, fanden sich besonders viele Musikinteressierte unter ihnen bei den Methodisten ein, wie in der Gemeinde erzählt wird. Gestiegene Ansprüche verlangten 1938 trotz prekärer Finanzlage den Einbau einer Orgel, während das Harmonium seinen neuen Platz auf einer Außenstation fand.
Lange lebte die "Königin der Instrumente" nicht. Auch sie fiel den Bomben zum Opfer. Nachkriegswirren, Gefangenschaft und Tod, Obdachlosigkeit und Wegzug unterbrachen jahrzehntelang gepflegte musikalische Traditionen. Sänger fanden sich schnell wieder, auch die Notkirche bekam eine Kleinorgel. Die 1954 in der neuen Erlöserkirche eingebaute dreimanualige Jehmlich-Orgel besitzt 2160 Pfeifen, 31 klingende Register und wurde aus den Teilen verschiedener Instrumente zusammengesetzt. Der Posaunenchor bereichert erst seit 1960 wieder die Gemeinde mit seinem Spiel. Erstmals trompeteten auch zwei Frauen in der Männergesellschaft mit.
Instrumentalisten und Sänger suchten und fanden immer wieder Mitstreiter anderer Gemeinden in Stadt und Land. In den 80erJahren kamen solche, trotz vielfältiger Schwierigkeiten an der innerdeutschen Grenze, auch aus der Partnergemeinde Waiblingen. Tourneen führten den Leipziger Thomanerchor sowie den Dresdner Kreuzchor in die Erlöserkirche, ebenso den holländischen Organisten Prof. Lekkerkerker.
Erst nach langen innerkirchlichen und staatlichen Auseinandersetzungen war es dem Chor im Herbst 1989 möglich, die zur holländischen reformierten Kirche gehörige Partnergemeinde in Almere zu besuchen.
Dort begegneten sie auch Jahren zu vor in die Bundesrepublik ausgereisten Freunden. Geschlossen kehrte der Chor in der spannungsgeladenen Vorwendezeit in die DDR zurück, während gleichzeitig Tausende aus Verzweiflung oder einfach auf der Suche nach dem Gold des Westens über Ungarn dem Land ihren Rücken kehrten.

Die Methodisten und der liebe Staat

Als die Plauener Methodistengemeinde ab Pfingsten 1870 regelmäßig Gottesdienst feierte, war dies in Sachsen noch verboten. Erst als sie sich dem Zwickauer Bezirk der bischöflichen Methodistenkirche anschloss, das Statut anerkannt wurde und sie aus der Landeskirche austraten, befanden sie sich in Übereinstimmung mit den Gesetzen. Ebenso übertraten die Prediger in den noch nicht voll anerkannten Außenstationen den später so heilig gehaltenen Grundsatz des Obrigkeitsgehorsams. Desgleichen warfen sie auch gemeindefremde Kinder nicht aus der Sonntagsschule, was ihnen viele Verhöre, Mahnungen und Geldstrafen einbrachte. Unter anderem sind diese Verhörprotokolle im Stadtarchiv zu finden. Ein vor der Jahrhundertwende nochmals ausgesprochenes Verbot methodistischer Gottesdienste unterlief die Plauener Gruppe illegal in großer Runde hinter zugezogener Gardine bei Kaffee und Stollen, wobei sie unter anderem über das Thema "Notlüge" sprachen.
Da sich die Rechtslage ständig änderte und die meist wenig gebildeten Gemeindeglieder im Umgang mit den Behörden recht ungeübt waren, brachte der Aufsichtsprediger Schneider ein vervielfältigtes Schreiben in Umlauf mit Hinweisen zum mündlichen und schriftlichen Umgang mit den Behörden sowie über einforderbare Rechte. Da besondere Feiern und Gottesdienste jedes Mal aufs Neue beantragt werden mussten, hatten die Prediger sehr bald Übung auf diesem Gebiet.
Der den englischen Methodisten aus der Anfangszeit wohlvertraute Grundsatz, keine Waffe in die Hand zu nehmen, war den deutschen Brüdern wohl fremd. Sonst wären die Kriegserinnerungen nach 1918 nicht immer wieder zu den auch kirchlich begangenen Heldengedenktagen so heroisch aufgewärmt worden. Ein Sonntagsschulleiter dichtete eigens dafür ein Stück und führte es mit den Kindern auf. Erst Anfang der 80er Jahre kam das Thema Pazifismus in der Gemeinde offen zur Sprache. Eine öffentliche Anti-Kriegs-Ausstellung in den Räumen der Kirche leistete einen Beitrag zum Aufarbeiten von Geschehenem. Die Jugend suchte das Gespräch mit dem Superintendenten mit der Forderung, dass die Kirchenleitung einen sozialen Friedensdienst deutlich einfordern solle.
Ab 1918 erlangten die Kirchen große staatliche Freiheiten. Die Plauener Methodisten hielten Freigottesdienste im Kaiser-Wilhelm-Hain, dem heutigen Stadtpark. Ebenso sind Gemeindemärsche überliefert, die mit den Demonstrationen verschiedener Parteien damaliger Zeit vergleichbar sind. So fand 1931 der wohl längste statt, dessen Route von Plauen über Voigtsgrün und Altensalz wieder zurück bis zum hiesigen Krankenhaus führte. Die einzige Auflage der Amtshauptmannschaft bestand darin, dass die vorauslaufende Blaskapelle den öffentlichen Verkehr nicht behindern durfte. Und als im Winter 1919 die Brikett zur Neige gingen, stellte die Kommune der Sonntagsschule beheizte Klassenzimmer zur Verfügung. Die so gewachsene dankbare Haltung dem Staate gegenüber setzte sich auch in den 30er Jahren fort. Da Plauen unter den Großstädten - es gab knapp 130 000 Einwohner - in punkto Arbeitslosigkeit an der Spitze rangierte, wovon auch viele Methodisten betroffen waren, trat mancher nicht nur aus Überzeugung in die Partei ein. NSDAP-Mitglieder wurden bei der Arbeitsplatzsuche vorrangig vermittelt.
1933 nahm die Zahl der Gottesdienstbesucher in den Landgemeinden ab, "da es bekannt war, dass Brüder von uns in früherer Zeit stark links eingestellt waren", wie Herbert Schnaedelbach der Vierteljahreskonferenz berichtet. Mit ihm besaß der Bezirk erstmals einen 2. Prediger. Nachdem aber von der Kanzel aus und unter vier Augen entsprechende staatskonforme Erklärungen abgegeben worden waren, stieg der Besuch wieder. Dass solche Propaganda aber gleichzeitig für die Angst davor stand, als Freikirche aufgelöst zu werden, liegt im Kontext der Nazihochburg Plauen nahe. Ein dreiviertel Jahr nach Inkrafttreten eines Gesetzes, wonach an Feiertagen alle öffentlichen Gebäude und Diensträume, wozu auch die Kirchen zählen, mit Reichs- und Nationalfahne zu beflaggen waren, erhielt Prediger Alfred Ringeis (1927-36) eine von der Amtshauptmannschaft an die Zionskirche gerichtete Mahnung, weil dies bisher nicht geschehen war.
Der Gemeindevorstand beklagte in jener Zeit wiederholt, dass HJ und BDM die Gemeindekinder so sehr in Beschlag nehmen, dass es kaum möglich sei, Termine für Jugendabende und Religionsunterricht zu finden. Noch der staatlich verordneten Auflösung des Jugendbundes 1934 sank die Zahl der vormals 150 Jugendlichen rapide ab. Lediglich beklagt wurde auch, dass die Zeitschriften ab Mai 1941 nicht mehr erscheinen durften. Wurden doch die Jahre zuvor noch sonntäglich 2150 Friedensglocken, 260 Kinderfreund, 150 Evangelist, 20 Leitstern, 66 Der kleine Heidenfreund, 75 Lebensbrot, 6 Wächterstimmen verteilt bzw. gelesen und insgesamt 1500 christliche Kalender verkauft (Zahlen von 1937). Klagen auch, als Prediger Kurt Martin (1936-58) erst 1938 und dann von 1939 bis 1945 zur Wehrmacht eingezogen wurde.
Die gezwungenermaßen erlernte Haltung, staatliche Willkür duldend hinzunehmen, setzte sich in der kirchenfeindlichen Stalin-Ulbricht-Ära weitestgehend fort. Widerstand regte sich erst Anfang der 80er Jahre, als Pastor Herbert Uhlmann (1978-89) unbequem gewordenen Jugendlichen einen Gemeinderaum zur Verfügung stellte und die Gruppe in das kirchliche Leben und Gemeindeprogramm aufnahm. Dadurch hellhörig geworden, beauftragte der Staatssicherheitsdienst in der Folgezeit 17 Informelle Mitarbeiter mit der Überwachung des Pastors als auch der Gemeinde. Durch Uhlmanns energisches Auftreten gegen staatliche und auch kirchliche Einwände wurde der Gemeindetag anlässlich der 250jährigen Bekehrung John Wesleys im großen offenen Rahmen des Parktheaters möglich. Gisela Gildemeister konnte mit amerikanischen Jugendlichen aus Cincinnati/Ohio im Frühjahr 1989 die Plauener Gemeinde besuchen. Und endlich konnte auch eine Chorausfahrt im Herbst nach Almere/Holland stattfinden.
Während der Wende boten sich in der Erlöserkirche bei einer Reihe von Sonderveranstaltungen Möglichkeiten zu Information und Gespräch. Mit der Teilnahme an den Demonstrationen bekundete ein Großteil der Gemeinde seine Sehnsucht nach mehr Freiheit. Pastor Klaus Straka (seit 1989) übernahm nach der Kommunalwahl im Mai 1990 zusätzlich politische Verantwortung in einer Bürgerinitiative.

Seife, Suppe, Seelenheil

Dieses Motto der Heilsarmee ist auch dem deutschen Methodismus nicht fremd. Zu pietistischem Glauben gesellte sich untrennbar tätige Liebe.
Mit Ausnahme des Fabrikanten und Stickmaschinenbesitzers Gustav Schneider besaßen die ersten Plauener Methodisten "kein Vermögen und verdienen durch ihrer Hände Arbeit nicht mehr, als zur Bestreitung des unentbehrlichen Lebensunterhaltes erforderlich ist" (Bericht der Amtshauptmannschaft Plauen). Zumindest in der Anfangszeit schädigte es das Prestige, Mitglied des Dissidentenvereins zu sein. Um so größer war die Hilfe der Leute untereinander. Bedürftige Gemeindeglieder erhielten selbstverständlich finanzielle Unterstützung, deren Höhe von den Klassführern und Verwaltern vierteljährlich festgesetzt wurde. Hilfe in Not wurde auch über konfessionelle Grenzen hinaus gewährt. Als Beispiel dafür ist die Speiseanstalt zu nennen. Vier Frauen kochten ab 1914 ehrenamtlich für Unbemittelte, was durch Sonderspenden und Beträge aus der Gemeindekasse möglich war. Das kostenlos verteilte Essen fand solchen Zuspruch, dass bis zu 180 Portionen täglich zubereitet wurden, wobei immer noch einige leer ausgingen. Der Dienst hätte eingestellt oder zumindest reduziert werden müssen, wenn nicht der Staat Zuschüsse gegeben hatte. Diese wurden nur genehmigt in dem Wissen, dass die Hälfte der Hungernden (noch) nichts mit den Methodisten zu tun hatte. Bis Januar 1916 konnten knapp 54 000 knurrende Mägen gesättigt werden.
"Kolonne Blitz" nannten sich zehn junge Methodisten. Ihrem Vorsatz entsprechend wollten sie immer und überall in der Gemeinde helfen. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich ums Kohlenholen oder Kinderbetreuen handelte. Die Einberufung zum 1. Weltkrieg zerschlug diese Gruppe. Eintrittsgelder von Kirchenkonzerten dagegen kamen weiterhin häufig Bedürftigen, armen Konfirmanden oder auch Unfallopfern zugute.
Politischen Opfern aber wurde keine Solidarität zuteil. Die im neunjährigen Evangelisationsmarathon unter Alfred Ringeis (1927-36) gesetzte Priorität des Seelenheils und des äußeren Gemeindewachstums nahm alle Kräfte in Anspruch. Demzufolge fiel es der stark geprägten Gemeinde nicht leicht, zaghaften kritischen Tönen seines Nachfolgers Kurt Martin die Ohren zu öffnen. Als es spätestens seit der Reichspogromnacht 1938 nicht mehr möglich war, die Augen zu verschließen vor den mörderischen Taten der Staatsgewalt, war es bereits zu spät für ein lautes Bedenken dieser Gräuel. Die Angst, dass den 900 ins KZ getriebenen Bürgern jüdischen Glaubens auf ein Wort hin ebenso viele Methodisten hätten folgen können, lähmte Münder, Herzen und Hirne.
Amerikaner und Schweden sahen nicht tatenlos zu, als der Hunger nach Kriegsende weitertötete. Konservenpakete konnten verteilt werden. Noch einem Beschluss von 1947 gingen die bespöttelten "Heringschristen" leer aus: "Bei Eingang von Liebesgaben sollen diejenigen Mitglieder und Probeglieder, die sich ein Jahr lang nicht haben sehen lassen, von einer Zuteilung ausgeschlossen werden." Nur langsam wuchs das soziale Bewusstsein.
Aber es wuchs.
Neben der Gemeindeschwester, deren unzählbare Besuche besonders älteren und kranken Menschen halfen, legte Kurt Martin auch den Klassführern ans Herz, sich stärker um die ihnen Anvertrauten zu kümmern. Schwester Ruth Rabold (1959-86) machte sich in den 60er Jahren die Mühe und organisierte große Kinderfreizeiten in Plauen und außerhalb, bei denen sich Gruppen verschiedener Methodistengemeinden begegneten.
Über fremdes Leid in fernen Ländern informierten die ökumenisch vorbereiteten Weltgebetstage der Frauen. Auf das Konto "Brot für die Welt" überwies die Gemeinde Ende der 80erJahre Rekordbeträge von bis zu 12 000 Mark. Dies auch als Zeichen dafür, wie stark die Gedanken des konziliaren Prozesses für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bis zur Wende das Bewusstsein der Gläubigen bestimmten.
Unabhängig und doch untrennbar mit der Gemeinde verbunden ist das Bethanienwerk. 1910 richtete die erste vom Mutterhaus Hamburg entsandte Schwester auf der Trockentalstraße 81 ein kleines Diakonissenheim ein. Beinahe wäre es bald darauf mangels Privatpflegepatienten wieder aufgegeben worden. Arme und Kranke der Gemeinde versorgten die helfenden Frauen kostenlos, konnten aber davon nicht leben. Plötzlich erhielten sie so viele Aufträge, dass noch weitere Diakonissen nach Plauen kamen und sich das Haus Dittrichplatz 14 einrichteten. Pflegedienste in Böhmen brachten die Station in den 20er Jahren durch die stabile tschechische Währung zu Wohlstand. Das im Krieg zerstörte Heim fand 1945 ein Notquartier an der Alten Reichenbacher Straße. 1949 zog die Bethanienstation in das Schwesternheim Dr.-Rudolf-Friedrichs-Ring 6 und die als Krankenhaus hergerichtete "Schellhornsche Villa" Dobenaustraße 130 um. Kurt Martin hielt die organisatorischen Fäden bis zur Übergabe im Mai 1949 in der Hand. Der bisherige Superintendent Johannes Thomas (1958-61) setzte als leitender Pastor und Direktor des Diakonissenwerkes Bethanien in der DDR dessen Dienst fort, bis er 1961 für letzteren freigestellt wurde. Pastor Gerhard Solbrig (1969-71 trat nach seiner kurzen Zeit in Plauen auch vollzeitlich das Direktorat an. Seit 1993 verbringen die meisten Diakonissen ihren Feierabend im Hamburger Mutterhaus - den Stab in Plauen übernahm der "Verband diakonischer Schwestern und Brüder".
Die kleine Klinik verbucht jährlich über 1 000 Operationen und machte damit sich wie der Gemeinde einen Namen. Der von Superintendent Max Stemmler in der Eröffnungsrede 1949 formulierte Grundsatz hat auch in den veränderten ideologischen Verhältnissen nicht an Aktualität verloren: "Hier wird nicht gefragt nach Kirche, Partei und Klasse; alle, die Hilfe brauchen, erfahren sie."

Was noch zu sagen wär'...

... kann hier nicht aufgeschrieben werden: Die ungenannten Erlebnisse aller Menschen, die jemals mit der Gemeinde und dem verkündeten Evangelium in Berührung gekommen sind. Hierher gehören Erinnerungen an schöne und schlimme Zeiten; Berichte von Glauben, Hoffnung und Liebe, die auch Einsichten von Zweifel, Verzweiflung und Ignoranz Raum geben. Hier gibt die Feier des Jubiläums Anlass zum Gespräch.
Holger Klemm


Herzlich danken wir Holger Klemm für die Mühe bei der Erforschung unserer Gemeindegeschichte und Christian Köhler für die graphische Gestaltung dieser Festschrift.

Hauptamtliche Mitarbeiter

1. Leitende Pastoren

1871-1872 Ferdinand Schmidt, 1872-1874 Wilhelm Seiz, 1874-1876 Jahann Renner, 1876-1879 Hans Jakob Breiter, 1879-1882 Ernst Schmidt, 18821885 Wilhelm Seiz, 1885-1889 Gustav Hempel, 1889-1895 Carl H. Schaarschmidt, 1895-1902 Engelbert Wunderlich, 1902-1906 Ingwer Bendixen, 1906-1909 Wilhelm Matthies, 1909-1913 Heinrich Schädel, 19131920 Max Stemmler, 1920-1922 Wilhelm Meyer, 1922-1927 Albert Reinsberg, 1927-1936 Alfred Ringeis, 1936-1958 Kurt Martin, 1958-1961 Johannes Thomas, 1961-1970 Dr. Theophil Funk, 1970-1972 Gerhard Solbrig, 19721978 Johannes Schnabel, 1978-1989 Herbert Uhlmann, 1989-1996 Klaus Straka, seit 1996 Andreas Günther

2. Zweite Pastoren (P), Gehilfen (G) und Vorpraktikanten (Vp)

Herbert Schnödelbach (P), Hans Witzel (P), Helmut Trommer (F), Schmidt (F), Fritz Baumann (G), Berthold Träger (G), Hermann Ott (F), Siegfried Plat (G), Manfred Döbrich (G), Siegfried Hensel (G), Friedwalt Petzold (G), Manfred Gottschald (P), August Lehmann (P), Eberhard Groschupf (P), Walter Hofmann (P), Eberhard Luderer (P), Gerhard Riedel (P), Wolfgang Maneck (F), Martin Lange (P), 1964-1969 Dr. Rüdiger Minor (P), 1969-1974 Klaus Straka (P), 1974-1978 Reinhard Melzer (P), 1978-1984 Ruthard Prager (P), 19841987 Dieter Fleischmann (P), 1985 Lutz Brückner (Vp), 1987-1989 Uta Uhlmann (P), 1987/88 Christoph Hering (Vp), 1989 Bernt Förster (P), 1989/90 York Schön (Götzel (Vp), 1993-1995 Andrea Walther (P), Sören Bär 1995-1996, 2002-2003 Ralf Ringeis

3. Gemeindeschwestern, -helferin

Martha Albrecht, Selma Katura, Marie Hauschild, bis 1936 Helene Förster, 1941-1947 Elsa Kampf, 1947-1948 Erna Schwanebeck, 1948-1959 Ruth Möckel, 1959-1986 Ruth Rabold, 1986-1987 Esther Spranger, 1990-1993 Dorothea Föllner (Lewke)