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Illustration von Kees de Kort, © Kees de Kort, aus: Bartimäus. Reihe: Was uns die Bibel erzählt, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Tagesberichte vom Donnerstag

Pastor Dr. Manfred Marquardt

In Frage gestellt – in Freiheit gestellt

OJK lässt sich vom Konferenzthema herausfordern

Ohne Frage eindrücklich und vielfältig entfaltete Dr. Manfred Marquardt das Thema der Konferenz in seinem Referat am Donnerstag Vormittag. Mutig bezieht die OJK die Frage Jesu an den blinden Bartimäus „Was willst du, dass ich dir tun soll?“(Mk 10,46-52) in diesem Jahr auf sich selbst. Der Referent, ehemaliger Direktor des theologischen Seminars in Reutlingen, charakterisierte diese Frage zuerst als eine, die Beziehung stiftet. Sie sei, im Gegensatz zu vielen Fragen, die wir einander stellten, der Beginn eines gemeinsamen Weges und nicht Mittel um unbeschadet aneinender vorbei zu kommen. Wer diese Frage aber auf sich selbst beziehe, erlebe sich selbst damit auch in Frage gestellt. Für uns vielfältig Gefragte, aber längst nicht immer ernst Genommene, sind damit unser Selbstverständnis und unsere Beziehung zu Gott berührt. Sich von Gott in Frage gestellt sehen aber, so zeigte Marquardt auf, heißt im verheißungsvollen Raum der Liebe Gottes zu stehen. Darin allein wollte der Referent menschliche Freiheit begründet sehen. Die Nutzung dieses geschenkten Freiraumes geschehe, wenn, dann in unserem täglichen Verhalten.
Wohltuend und doch herausfordernd wurde auf diese Weise das Konferenzthema als Evangelium interpretiert und auf das Leben hin ausgespannt. Mit ihren Nachfragen und ihrem Dank an Dr. Manfred Marquardt zeigte die Konferenzgemeinde, dass sie sich gern auf diese Weise in Frage stellen lässt.


Klare Mehrheit

Mit klarer Mehrheit hat die OJK ein Papier eines adhoc-Arbeitsausschusses „Funktion und Struktur des Superintendentenamtes“ angenommen. Im vergangenen Jahr hatte die OJK dieses Gremium berufen, um Wege zu finden, die dem Dienst der Superintendenten eine stärkere Prioritätensetzung auf die Kernaufgaben ermöglichen.

Der Vorschlag, Aufgaben der Konferenzgeschäftsstelle der Geschäftstelle der NJK in Hamburg zu übertragen, führte zu einer kontroversen Diskussion. Vor allem die bezifferten Kosten lösten viele Fragen aus. Angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt in Ostdeutschland tat sich die Konferenz auch schwer, diesen Weg einzuschlagen. Könnte es doch unter Umständen zur Notwendigkeit einer zusätzlichen Stelle in Hamburg kommen.

Die Notwendigkeit, den Aufgabenbereich der Superintendenten zu verändern, sah aber schließlich eine sehr große Mehrheit der Konferenz. Der vorgeschlagene Weg soll angegangen werden und regelmäßig einer Prüfung durch den KVR unterliegen. 


Oikocredit - als rettende Geldanlage

Der Ausschuss für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit wies auf „Oikocredit“ hin. Diese ökumenische Bank vertritt im kirchlichen Bereich die Idee von Muhammad Yunus und der Grameen Bank, durch Kleinkredite Menschen eine Existenzgründung zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr erhielten diese dafür den Friedensnobelpreis. Die Hilfe zur Selbsthilfe ist eine rettende  Geldanlage,  die  zur Zeit 2 % Zinsen erbringt.

Die OJK stimmte dem Antrag zu, dass die Behörde für finanz. Angelegenheiten Wege finden soll, einen Betrag von 5.000 bis 10.000 € bei Oikocredit anzulegen.


Orgel

Heilig bist du, Gott, und treu

Am Abend des 2. Konferenztages galt es bei dem Konzert von Matthias Eisenberg innezuhalten.

„Organist“ – so nennt sich Matthias Eisenberg ganz schlicht auf seiner Internetseite. Diese Bezeichnung macht
deutlich, worum des dem KMD, Professor und Träger vieler Preise immer wieder nur geht: Die Orgel, die Königin aller Instrumente, so zum Klingen zu bringen, dass ihre Töne von der Herrlichkeit Gottes erzählen. So zumindest empfindet es der geübte „Eisenberg-Hörer“. Eisenberg ist ein Organist.
Von 1992 bis 2004 war er Kirchenmusiker an St. Severin in Keitum / Sylt. Seit 2004 ist er Kantor und Organist an der Luther-, Moritz- und Johanniskirche in Zwickau und häufiger Gast an der Orgel der Friedenskirche.

Zu Klängen von Buxtehude, Bach, Schumann und Bartholdy war Zeit an diesem Abend die Konferenzgeschäfte hinter sich zu lassen und die Klänge der Orgel auf sich wirken zu lassen. "Der Lärm verebbt und die Last wird leichter" unterstrich der Gemischte Chor der Friedenskirche noch einmal das Anliegen dieses Abends.

Als Eisenberg dann aber in Anlehnung an die Abendandacht eine seiner berühmten freien Improvisation zu Charles Wesleys „Come, thou holy God and true“ spielte, forderte er eine weitere Zugabe geradezu selbst heraus. Filigran und geradezu atemlos spielte er die Orgel und der Himmel war für eine Zeit über der Gemeinde offen: Liebe sie gilt allen grenzenlos. Dank Eisenberg erzählte die Orgel davon. Übrigens, nach einem „Orgelsturz“ aus 6 m Höhe spielte Eisenberg unter großen Schmerzen. Seine Gage spendete er zugunsten der Orgel der Friedenskirche. Danke.